Was tut sich aktuell in Brüssel – und was ist wichtig für Wien?

In unserem EU-Update berichten unsere Kolleg*innen vor Ort regelmäßig über wichtige Entwicklungen auf europäischer Ebene. Sie geben Einblicke in politische Prozesse, neue Gesetzesvorhaben und zentrale Diskussionen, die für Wien, die Wiener Stadtwerke sowie die kommunale Daseinsvorsorge von Bedeutung sind.

© Europäische Kommission
30.04.2026

EU-Beihilfe: Kommission erweitert Spielraum in der Energiekrise (METSAF)

Am 29. April 2026 hat die Europäische Kommission ihre Beihilferegeln überarbeitet. Damit möchte sie den Mitgliedstaaten erlauben, umfangreichere Subventionen als bisher an besonders von der aktuellen Energiekrise betroffene Unternehmen auszahlen zu dürfen. Normalerweise setzt das europäische Wettbewerbsrecht hierfür engere Grenzen, um keine Verzerrungen im europäischen Binnenmarkt zuzulassen.

EU Kommission zur AccelerateEU© Europäische Kommission
23.04.2026

EU-Kommission konkretisiert Toolbox für leistbare Energiepreise und Versorgungssicherheit (AccelerateEU) 

Die Europäische Kommission hat gestern ihre angekündigte „Toolbox“ zur Senkung der Energiepreise veröffentlicht. Kurzfristige Entlastung und Versorgungssicherheit sollen eng mit strukturellen Reformen verknüpft werden, mit einem starken Fokus auf Elektrifizierung, Netze und europäische Koordination. Die Kommission versteht die aktuelle Situation nicht nur als Krise, sondern als Beschleuniger für den Umbau des Energiesystems.

EU Flaggen vor dem Gebäude der EU-Kommission in Brüssel© Europäische Kommission
15.04.2026

EU-Update: April 2026

Im EU-Update für April 2026 geht es um aktuelle Entwicklungen auf EU-Ebene – mit einem klaren Schwerpunkt auf Energie. Der Konflikt im Iran und die Folgen für Preise und Versorgungssicherheit prägen derzeit viele Diskussionen in Brüssel. Außerdem im Blick: der Ausbau der Energienetze, neue Ansätze für mehr europäische Wettbewerbsfähigkeit („Made in Europe“), die KI-Regulierung sowie Themen rund um digitale Mobilität und Ticketing.

orangene Rohre auf Gebäude© Simon Boxus
10.03.2026

EU-Industrial Accelerator Act: Neue „Made in Europe“-Anforderungen 

Die Europäische Kommission hat am 4. März ihren lang erwarteten Vorschlag für einen Industrial Accelerator Act (IAA) vorgestellt. Das neue Instrument ist Teil des Clean Industrial Deal und soll Europas Wettbewerbsfähigkeit stärken, indem Produktionskapazitäten für saubere Technologien ausgebaut und die Nachfrage nach in Europa hergestellten Produkten gesteigert wird. Der Vorschlag enthält unter anderem neue Kriterien für „Made in EU“ und „kohlenstoffarme“ Produkte in der öffentlichen Beschaffung sowie Maßnahmen zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und zur Steuerung ausländischer Investitionen in strategischen Industrien. Damit greift die Kommission zentrale industrie- und energiepolitische Fragen auf: Wie kann Europa seine industrielle Basis stärken, auf die Konkurrenz aus den USA und China reagieren und gleichzeitig die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft vorantreiben?

Podium bei Brüssel-Event der Wiener Stadtwerke© Wiener Stadtwerke
04.03.2026

Strengthening Europe’s Resilience: Wiener Stadtwerke diskutierten in Brüssel über die Sicherheit kritischer Energie- und Mobilitätsinfrastrukturen

Die Geschäftsführung der Wiener Stadtwerke - Generaldirektor Peter Weinelt und Generaldirektor-Stellvertreterin Monika Unterholzner - war am 2. und 3. März in Brüssel, wo Termine mit hochrangigen politischen Vertreter*innen sowie mehrere Fachgespräche auf der Agenda standen. Höhepunkt des Aufenthalts war eine Abendveranstaltung im Wien-Haus unter dem Titel „Strengthening Europe’s Resilience: The Security of Critical Energy and Mobility Infrastructures“, bei der die Sicherheit und Resilienz kritischer Energie- und Mobilitätsinfrastrukturen im Mittelpunkt standen.

Fliegende Drohne über dem Haus des Meeres, im Hintergrund Blick über Wien.© Wien Energie
19.02.2026

Neuer EU-Aktionsplan gegen Drohnenbedrohungen – ein wichtiges Signal für Betreiber kritischer Infrastrukturen

Die Europäische Kommission hat am 11. Februar einen umfassenden Aktionsplan zur Bekämpfung der zunehmenden Drohnenbedrohung in der EU vorgelegt. Besonders hervorzuheben ist, dass die Kommission ausdrücklich anerkennt, wie stark Betreiber kritischer Infrastrukturen von dieser Entwicklung betroffen sind. Sie greift damit zentrale Themen auf, die für die Wiener Stadtwerke von hoher Relevanz sind und wichtige Elemente der bereits formulierten Anforderungen im Bereich Drohnen- und Infrastruktursicherheit widerspiegeln.

Autos im Stau© Jacek Dylag
05.02.2026

Gastbeitrag: Europa schneidet sich ins eigene Fleisch 

Die EU-Kommission ist bereit, die Klimaziele für den Verkehrssektor aufzuweichen. Die Abkehr vom Verbrenner-Aus reiht sich damit in eine lange Kette von Klima- und Umweltvorhaben, die die Europäische Union noch vor wenigen Jahren ambitioniert beschlossen hat und nun Schritt für Schritt zurücknimmt. Ob beim europäischen Lieferkettengesetz, bei der Entwaldungsverordnung, den Klimazielen für 2040 oder bei den Vorgaben für den Automobilsektor: Der Green Deal wird Stück für Stück filetiert. Was kurzfristig als Erfolg für Europas Wettbewerbsfähigkeit verkauft wird, wird uns früher oder später teuer zu stehen kommen. Denn in dem Glauben, sich selbst zu schützen, schneiden wir uns gerade massiv ins eigene Fleisch.

Display eines Computers beim Programmieren© Markus Spiske
03.02.2026

Das erwartet uns 2026 in der EU-Digitalpolitik 

Auch im Bereich der Digitalgesetzgebung steht das Thema Resilienz weit oben auf der politischen Agenda. Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen gewinnen Bestrebungen nach größerer europäischer digitaler Souveränität an Bedeutung. Besonders Ausbau von Kapazitäten in Schlüsseltechnologien, insbesondere in der Künstlichen Intelligenz (KI), soll die technologische Souveränität stärken und Abhängigkeiten reduzieren. Gleichzeitig werden im Zuge laufender Bestrebungen zur Regulierungsvereinfachung zentrale Elemente der Digitalgesetzgebung überprüft.

Drei Windräder im Nebel. Im Hintergrund Wald und Wolken.© Sibylle Maus
15.01.2026

Das erwartet uns 2026 in der EU Energie- und Klimapolitik

Auch 2026 verspricht die Energie- und Klimapolitik im Zentrum der politischen Debatten auf EU-Ebene zu stehen. Zwar bestätigt sich der politische Trend weiter, dass die unter dem Green Deal verabschiedeten Dekarbonisierungsziele in den Hintergrund treten. Auch im Zuge der Neuausrichtung der EU auf die Ziele Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz dürfte die Energie- und Klimapolitik aber eines der wichtigsten Politikfelder bleiben. Was erwartet uns?

Strommasten, Stromnetz bei Sonnenuntergang.© Matthew Henry
17.12.2025

Europäische Kommission priorisiert Energienetze mit „Grids Package“

Am 10. Dezember 2025 hat die Kommission ein umfangreiches „Grids Package“ vorgelegt. Damit möchte sie das klare Signal setzen, dass der Ausbau und die Modernisierung der europäischen Energienetze prioritär sind. Das neue Maßnahmenpaket soll dazu beitragen, die Energiewende zu beschleunigen und dabei gleichzeitig die Strompreise zu senken sowie die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Press conference by Henna Virkkunen, Executive Vice-President of the European Commission, Valdis Dombrovskis, and Michael McGrath, European Commissioners, on the digital simplification package© Europäische Kommission
16.12.2025

Digital Omnibus: EU-Kommission will Digitalgesetzgebung vereinfachen 

Die Europäische Kommission hat am 19. November ein umfassendes Digitalpaket vorgestellt, das die Weichen für eine modernisierte Digitalgesetzgebung stellen soll. Kern des Pakets ist der sogenannte Digitalomnibus, der bestehende europäische Digitalgesetze zusammenführt und vereinfacht. Er passt unter anderem die Datenschutzgrundverordnung, Cybersicherheits-Berichtspflichten und den Artificial Intelligence Act (AI Act) an, inklusive einer Verschiebung der Fristen für Hochrisiko-KI-Anwendungen.

Drei EU-Flaggen im Wind© Alexandre Lallemand
06.11.2025

EU-Staaten einigen sich auf abgeschwächtes Klimaziel 2040

Die Umweltminister*innen der EU-Mitgliedstaaten haben sich am 5. November auf eine gemeinsame Position zum EU-Klimaziel für 2040 geeinigt. Damit liegen die Positionen von Kommission und Rat nun vor. Nach der noch ausstehenden Positionierung des Europäischen Parlaments können die abschließenden Trilogverhandlungen der drei EU-Institutionen starten. Vor der am 10. November beginnenden COP30 gibt die Ratseinigung jedoch bereits jetzt die Richtung der zukünftigen Klimapolitik der EU vor.

Paneldiskussion in Brüssel© Wiener Stadtwerke
15.10.2025

Powering Europe’s Future: Wiener Stadtwerke diskutierten in Brüssel über Europas Energie- und Mobilitätszukunft

Großer Andrang im Wien-Haus in Brüssel: Rund 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und EU-Institutionen folgten Dienstagabend der Einladung der Wiener Stadtwerke zur hochkarätig besetzten Veranstaltung "Powering Europe’s Future: Energy and Mobility for Competitiveness and Security". Im Mittelpunkt standen die Zukunft der europäischen Energie- und Mobilitätssysteme, die Wettbewerbsfähigkeit Europas und die Frage, wie Versorgungssicherheit und Klimaschutz gemeinsam gelingen können.

© Europäische Kommission
17.07.2025

Entwurf des europäischen Mehrjährigen Finanzrahmens 2028-2034 veröffentlicht

Die Europäische Kommission hat ihren Vorschlag für den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) für die Jahre 2028–2034 veröffentlicht und soll ca. 2 Billionen Euro umfassen. Die Anzahl der EU-Förderprogramme soll deutlich sinken (von rund 52 auf 16) und die Regeln vereinheitlicht werden. Zwar sollen 35% für Klimamaßnahmen ausgegeben werden, dennoch werden im Einklang mit den neuen EU-Prioritäten auch Schwerpunkte auf Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit gesetzt.

Strommasten mit Stromleitungen auf einem Feld© Wien Energie
20.06.2025

Gastbeitrag: Keine Energiewende ohne Stromnetze: Der Initiativbericht des Europäischen Parlaments zu Stromnetzen

Der „Initiativbericht über Stromnetze als Rückgrat des Energiesystems der EU“, den Europaabgeordnete Anna Stürgkh für das Europäische Parlament verfasst und verhandelt hat, setzt sich mit den aktuellen Herausforderungen als Antwort auf den „Aktionsplan für Netze“ (Grid Action Plans) der Kommission und als Forderungskatalog für das Netzpaket („Grids Package“) auseinander. EU-Abgeordnete Anna Stürgkh und Lars Ritter, politischer Berater in ihrem Büro, haben für uns die zentralen Forderungen dargelegt.

Euro Geld, Münzen und Scheine. Im Hintergrund die EU-Flagge© Adobe Stock
11.02.2025

Der Europäische Competitiveness Fund

In ihrem Ende Januar veröffentlichten Wettbewerbskompass kündigte die Europäische Kommission an, dass ein neuer European Competitiveness Fund (ECF) eingerichtet und Teil des nächsten Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) sein wird. Das Konzept des ECF ist jedoch nicht neu: Eine neue Säule der Wettbewerbsfähigkeit als Teil des neuen MFR wurde bereits im Draghi-Bericht empfohlen, und die Idee eines spezifischen Finanzierungsinstruments für die Wettbewerbsfähigkeit war ebenfalls Teil von von der Leyens Manifest für ihre Wiederwahl. Hier werfen wir einen Blick darauf, was bisher über den ECF bekannt ist.

Drei EU-Flaggen im Wind© Alexandre Lallemand
11.04.2024

Gastbeitrag: Die Zukunft der Stadtwerke im EU-Wasserstoffmarkt

Das Gas- und Wasserstoffpaket war das letzte noch fehlende Puzzlestück im Rahmen der europarechtlichen Grundlagen für den Wasserstoffmarkt. Das am 11. April 2024 vom Europäischen Parlament verabschiedete Gesetzespaket regelt die Rechte und Pflichten von Infrastrukturbetreibern und Versogern im Gasmarkt. Jens Geier, federführender Berichterstatter zur EU-Gasmarktrichtline und Verena Hof, politische Beraterin in seinem Büro haben für uns die Auswirkungen für den Wasserstoffhochlauf und die Rolle von Stadtwerken dabei beleuchtet.

11.01.2024

Gastbeitrag: Einigung auf neuen EU-Rahmen für Dekarbonisierung des Gasmarkts

Mit der Einigung zum Gas- und Wasserstoff-Paket steht rechtzeitig vor den Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni 2024 ein wesentlicher Eckpfeiler des European Green Deal. Er beinhaltet konkret vor allem die Überarbeitung der EU-Gasmarkt-Richtlinie und -Verordnung aus dem Jahr 2009 und ergänzt das in den vergangenen Jahren parallel verhandelte Fit for 55-Paket (unter anderem mit der Überarbeitung der darin enthaltenen Erneuerbaren-, Energieeffizienz- und ETS-Richtlinien).

Analyse des Marktes auf dem Computer© Nicholas Cappello
22.03.2023

Kommission verschärft Regulierung des Energiemarkts

Die Europäische Kommission hat am 14. März 2023 einen Legislativvorschlag zu REMIT (Regulation on Wholesale Energy Market Integrity and Transparency) vorgelegt. REMIT zielt darauf ab, die Transparenz, Integrität und das Funktionieren der Energiegroßhandelsmärkte in der Europäischen Union zu fördern und verschärft in der vorliegenden Form die Regulierung der Marktteilnehmer auf dem Energiemarkt erheblich.

Stapel von verschiedenen Euromünzen vor EU-Flagge© Europäische Kommission
10.11.2021

Gastbeitrag: Was bringt die Energiesteuerrichtlinie im "Fit for 55"-Paket?

Im Juli dieses Jahres veröffentlichte die Europäische Kommission das "Fit for 55"-Paket, das den klima- und energiepolitischen Rahmen für die Periode bis 2030 definiert. Das Paket umfasst 13 Vorschläge für Rechtsgrundlagen, die sowohl marktbasierte Instrumente als auch Zielvorgaben und Vorschriften beinhalten. Die Novellierung der Energiesteuerrichtlinie ist neben dem Emissionshandel und dem CO2-Grenzausgleichsmechanismus ein zentraler Baustein der Bepreisung von Energienutzung und Treibhausgasemissionen.

Ladeprozess eines E-Autos© Wien Energie
15.07.2021

Gastbeitrag: Verkehrssystem fit für 2030 machen

Die Kommission hat ihre Verordnung über den Aufbau einer europaweiten Infrastruktur für alternative Kraftstoffe vorgelegt. Die politische Entscheidung, die bisherige Richtlinie durch eine Verordnung zu ersetzen, ist mehr als begrüßenswert, da die Zeit drängt. Wenn der Transportsektor, der für mehr als ein Viertel aller CO2-Emissionen in der EU verantwortlich ist, als Ganzes bis 2050 vollständig emissionsfrei sein soll, muss vor allem der Straßenverkehr, der 2018 noch 71 % aller Verkehrsemissionen verursacht hat, entscheidend zu diesem Ziel beitragen.