Die Europäische Kommission hat einen Aktionsplan für Cybersicherheit und Künstliche Intelligenz vorgelegt. Ziel ist es, die Potenziale fortschrittlicher KI besser für die Cybersicherheit zu nutzen, Europa wirksamer vor den mit KI verbundenen Risiken zu schützen und gleichzeitig die technologische Souveränität der EU im Bereich fortschrittlicher KI auszubauen.
© Markus SpiskeFür Betreiber kritischer Infrastrukturen ist dabei besonders relevant, dass der Schutz von Energie-, Verkehrs- und anderen kritischen Systemen ausdrücklich Teil der europäischen Pläne ist. Der Aktionsplan zeigt, dass Cybersicherheit als essenzielle Voraussetzung für Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Resilienz verstanden wird.
Künstliche Intelligenz verändert die Cybersicherheit grundlegend. Sie kann helfen, Cyberangriffe früher zu erkennen, Sicherheitsvorfälle schneller zu analysieren und komplexe IT-Systeme besser zu schützen. Gleichzeitig entstehen durch leistungsfähige KI-Modelle neue Risiken, die Europa wirksam adressieren muss.
Mit dem neuen Aktionsplan verfolgt die Europäische Kommission deshalb einen doppelten Ansatz: Die Chancen von KI sollen gezielt für die Cybersicherheit genutzt und gleichzeitig die mit KI verbundenen Risiken begrenzt werden. Zugleich soll Europas technologische Souveränität im Bereich vertrauenswürdiger KI weiter gestärkt werden. Damit knüpft der Aktionsplan an bestehende Initiativen der EU in den Bereichen:
Aus Sicht der Wiener Stadtwerke ist besonders hervorzuheben, dass der Schutz kritischer Infrastrukturen ausdrücklich berücksichtigt wird. Energie- und Verkehrsnetze gehören zu den Bereichen, in denen neue KI-Anwendungen künftig gezielt erprobt werden sollen. Das unterstreicht die wachsende Bedeutung von Cybersicherheit für eine verlässliche Versorgung der Bevölkerung und für das Funktionieren moderner Städte.
Der Aktionsplan schafft keine neuen rechtlichen Verpflichtungen, kündigt aber eine Reihe neuer Maßnahmen an. Eine zentrale Rolle bei der Umsetzung kommt der Europäischen Agentur für Cybersicherheit (ENISA) zu. Geplant sind unter anderem:
Der Aktionsplan baut auf den bestehenden europäischen Rechts- und Strategierahmen auf. Dazu zählen insbesondere die NIS2-Richtlinie, der AI Act sowie die Cybersicherheits- und KI-Strategien der vergangenen Jahre. Gleichzeitig nutzt die Europäische Kommission den Aktionsplan, um die Notwendigkeit einer zügigen Umsetzung der NIS2-Richtlinie in den Mitgliedstaaten zu unterstreichen.
Für Betreiber kritischer Infrastrukturen ist das ein wichtiges Signal. Denn eine sichere Energie- und Mobilitätsversorgung hängt heute nicht nur von leistungsfähigen Netzen ab, sondern zunehmend auch von ihrer digitalen Widerstandsfähigkeit. Mit dem Aktionsplan macht die Europäische Kommission deutlich, dass der Einsatz von KI künftig ein wesentlicher Baustein sein soll, um Europas kritische Infrastrukturen resilienter und besser gegen Cyberangriffe zu machen.

Brüssel-Büro der Wiener Stadtwerke