Die Europäische Kommission hat am 11. Februar einen umfassenden Aktionsplan zur Bekämpfung der zunehmenden Drohnenbedrohung in der EU vorgelegt. Besonders hervorzuheben ist, dass die Kommission ausdrücklich anerkennt, wie stark Betreiber kritischer Infrastrukturen von dieser Entwicklung betroffen sind. Sie greift damit zentrale Themen auf, die für die Wiener Stadtwerke von hoher Relevanz sind und wichtige Elemente der bereits formulierten Anforderungen im Bereich Drohnen- und Infrastruktursicherheit widerspiegeln.

Drohnen sind längst kein technisches Nischenphänomen mehr. Sie können den Betrieb von Energieerzeugern, Wind- und Solaranlagen sowie Fernwärmesystemen beeinträchtigen – oft unerkannt, teils gezielt. Dass diese Risiken nun klar benannt werden, ist ein wichtiges Signal in Richtung Sicherheit und Resilienz.
Um der Bedrohung umfassend zu begegnen, gliedert die Kommission den Aktionsplan in vier miteinander verzahnte Handlungsfelder, die den gesamten Sicherheitszyklus abdecken – von Vorsorge und Erkennung über Reaktionsfähigkeit bis hin zur langfristigen Stärkung der europäischen Verteidigungsbereitschaft.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Europa seine technologische Souveränität und Sicherheit stärken kann. Die Kommission kündigt Maßnahmen an, die die Entwicklung und Produktion europäischer Drohnen- und Drohnenabwehrsysteme vorantreiben sollen. Vorgesehen sind unter anderem:
Für den Bereich kritischer Infrastruktur besonders bedeutend:
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der verbesserten Erkennung von Drohnenaktivitäten. Die Kommission setzt hier auf:
Geplant ist unter anderem eine Aufforderung zur Interessensbekundung, um gemeinsam mit Mitgliedstaaten und Industrie 5G-basierte Echtzeit-Detektionssysteme zu testen. Zusätzlich wird die Einrichtung einer EU-Plattform für Drohnenvorfälle geprüft – ein möglicher Schlüsselbaustein für ein sektorübergreifendes Lagebild.
Besonders für Betreiber kritischer Infrastrukturen relevant ist die geplante EU-Initiative für Drohnenabwehrsysteme, die auch eine gemeinsame freiwillige Beschaffungsinitiative vorsieht. Damit rückt erstmals eine koordinierte europäische Beschaffung näher – ein entscheidender Hebel, um technologische Abhängigkeiten zu verringern.
Weitere geplante Maßnahmen:
Mit der schnelleren Entwicklung kosteneffizienter Technologien und dem Ausbau industrieller Produktionskapazitäten will die Kommission die Grundlage für zentrale europäische Verteidigungsinitiativen stärken, darunter:
Ergänzend soll die bereits angekündigte Drohnenallianz mit der Ukraine die operative und industrielle Zusammenarbeit weiter vertiefen.
Mit dem neuen Aktionsplan nimmt die Kommission zentrale Anliegen auf, die Betreiber kritischer Infrastrukturen – darunter auch die Wiener Stadtwerke – seit Längerem thematisieren. Dass diese Themen nun klar verankert sind, zeigt, dass die Bedrohungslage ernst genommen wird. Entscheidend wird nun sein, wie eng die Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und den betroffenen Infrastruktursektoren gelingt – vor allem im Hinblick auf die innere und nationale Sicherheit.

Brüssel-Büro der Wiener Stadtwerke