Sprechen wir über Digitale Souveränität

Digitale Systeme steuern heute zentrale Bereiche der Daseinsvorsorge, von Energienetzen über Mobilitätssysteme bis hin zu Kommunikations- und Verwaltungsprozessen. Für Betreiber kritischer Infrastruktur wird damit zunehmend entscheidend, wie stabil, kontrollierbar und rechtlich abgesichert diese digitalen Strukturen sind.

Digitale Souveränität als Voraussetzung für resiliente Infrastruktur

Mit den geopolitischen Spannungen der vergangenen Jahre ist die Frage der digitalen Souveränität stärker in den Fokus gerückt. Abhängigkeiten von internationalen Plattformen, Cloud-Infrastrukturen und Softwareanbietern werden nicht mehr nur unter Effizienz- und Kostengesichtspunkten bewertet, sondern zunehmend auch als Risiko für Versorgungssicherheit, Resilienz und strategische Handlungsfähigkeit.

Auch für Wien ist diese Entwicklung unmittelbar relevant. Als Betreiber zentraler Energie-, Mobilitäts- und Infrastrukturleistungen sind die Wiener Stadtwerke darauf angewiesen, dass digitale Systeme stabil funktionieren, Daten geschützt bleiben und kritische Anwendungen auch unter außergewöhnlichen Rahmenbedingungen verlässlich betrieben werden können. Digitale Souveränität wird damit zu einem zentralen Bestandteil moderner Daseinsvorsorge.

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des europäischen Cloud-Marktes ist in Händen internationaler Hyperscaler (AWS, Microsoft Azure und Google Cloud)

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der europäischen Cloud-Ausgaben entfallen auf Anbieter außerhalb Europas

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der gemeldeten Cybervorfälle in Europa betreffen öffentliche Einrichtungen und kritische Sektoren

Hintergrundinfos

Digitale Souveränität hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen strategischen Thema der europäischen Industrie- und Digitalpolitik entwickelt. Hintergrund sind zunehmende geopolitische Spannungen, technologische Machtverschiebungen sowie strukturelle Abhängigkeiten von globalen Plattform- und Cloud-Anbietern.

Die Europäische Union hat darauf mit mehreren regulatorischen und industriepolitischen Initiativen reagiert. Dazu zählen unter anderem der AI Act, die NIS2-Richtlinie zur Cybersicherheit kritischer Infrastruktur, der Cyber Resilience Act zur Sicherheit digitaler Produkte, der European Chips Act zur Stärkung der europäischen Halbleiterproduktion sowie der Data Act, der den Zugang und die Nutzung industrieller Daten regelt.

Darüber hinaus verfolgt die EU das Ziel, eigene Cloud-, Daten- und KI-Infrastrukturen in Europa auszubauen, etwa durch europäische Datenräume, Initiativen zum Aufbau souveräner Cloud-Kapazitäten und neue Investitionsprogramme für Hochleistungsrechenzentren und KI-Infrastruktur.

Auch auf nationaler Ebene gewinnt das Thema an Bedeutung. In der geplanten österreichischen Industriestrategie 2035 wird digitale Souveränität ausdrücklich als industrie-, technologie- und sicherheitspolitisches Querschnittsthema genannt. Ziel ist es, europäische und heimische digitale Infrastruktur zu stärken, strategische Schlüsseltechnologien auszubauen und kritische Abhängigkeiten von Anbietern außerhalb Europas zu reduzieren.

Für Betreiber kritischer Infrastruktur bedeutet das, dass digitale Systeme zunehmend als Teil der Versorgungsinfrastruktur verstanden werden müssen, vergleichbar mit Energienetzen oder Verkehrssystemen.

Unsere Forderungen

Digitale Souveränität ist in der österreichischen Industriestrategie 2035 als industrie-, sicherheits- und technologiepolitisches Querschnittsthema verankert. Diese strategische Einordnung ist aus Sicht der Wiener Stadtwerke ausdrücklich zu begrüßen.

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