Jährliche Investitionen in saubere Energietechnologien

Saubere Energietechnologien stehen zunehmend im Zentrum globaler Investitionsentscheidungen. Ein Blick auf Europa, China und Nordamerika zeigt große Unterschiede bei Investitionsvolumen, Prioritäten und politischem Gestaltungsanspruch in den vergangenen zehn Jahren.

Saubere Energietechnologien stehen zunehmend im Zentrum globaler Investitionsentscheidungen. Ein Blick auf Europa, China und Nordamerika zeigt große Unterschiede bei Investitionsvolumen, Prioritäten und politischem Gestaltungsanspruch in den vergangenen zehn Jahren.

Zwischen 2015 und 2024 sind die jährlichen Investitionen in saubere Energietechnologien weltweit stark angestiegen. In Europa (u.a. inklusive Schweiz und UK) wuchsen sie um 75 % auf rund 441 Mrd. Euro. Besonders stark stiegen die Investitionen in erneuerbare Energien sowie Netzinfrastruktur. Im Bereich der Energieeffizienz schneidet Europa zwar etwas schwächer ab als in den Jahren zuvor, investiert jedoch nach wie vor doppelt so viel in diesen Bereich wie die anderen genannten Länder zusammen. China verzeichnete mit +133 % insgesamt den größten Zuwachs seit 2015 und investierte 2024 etwa 624 Mrd. Euro. Auch hier dominieren erneuerbare Energien und Netzinfrastruktur, ergänzt durch steigende Ausgaben für sonstige Energie für den Endverbrauch. Im Bereich der Erneuerbaren Energien ist China somit das klare Vorreiterland. Nordamerika (USA, Kanada und Mexiko) legte mit +46 % im Vergleich zu 2015 deutlich moderater zu und investierte 2024 rund 324 Mrd. Euro. Im Vergleich zu Europa und China ist der Anteil an Investitionen in die Netzinfrastruktur höher, jedoch auch jener in fossile Übergangstechnologien und Kernenergie.

Um die Investitionen in erneuerbare Energien und Netzinfrastruktur insbesondere auch in Österreich wirksam voranzutreiben, braucht es verbindliche und praxistaugliche Rahmenbedingungen. Mit dem novellierten Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) wurde ein wichtiger Grundstein gelegt, um den Netzausbau zu beschleunigen und die Systemstabilität zu sichern. Ergänzt wird dieser Schritt durch das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG), das zentrale Genehmigungsverfahren vereinfachen und beschleunigen soll. Für die Versorgungssicherheit braucht es zudem eine nationale Kraftwerksstrategie und ein geeignetes Kapazitätsmarktmodell, das gezielte Investitionsanreize für flexible, klimaneutrale Kraftwerke schafft. Nur wenn diese Maßnahmen rasch und koordiniert umgesetzt werden, kann der notwendige Systemumbau gelingen.