China dominiert die globalen Märkte für saubere Energietechnologien klar. Europa und die USA liegen bei Windkraft, Photovoltaik, Batterien und E-Mobilität teils deutlich zurück. Für Österreich und Europa verdeutlicht dies den industriepolitischen Handlungsbedarf ebenso wie die Dringlichkeit beim Ausbau erneuerbarer Energien.

Im Jahr 2023 verteilten sich die weltweiten Verkäufe sauberer Energietechnologien sehr ungleich auf die großen Wirtschaftsregionen. Das Momentum liegt eindeutig bei China, während Europa und die USA mit deutlichem Abstand hinterherhinken. Besonders ausgeprägt ist die Dominanz bei Windkraft und Photovoltaik mit jeweils 60 Prozent, gefolgt von Elektrofahrzeugen mit 59 Prozent und Batterie-Speichersystemen mit 45 Prozent. Chinas hoher Elektrifizierungsanteil ist auf umfangreiche Investitionen in erneuerbare Energien zurückzuführen, wobei das Land über 50 % der weltweiten Anschaffungen im Bereich Wind- und Solarenergie auf sich vereint. Europa erreicht 24 Prozent bei Elektrofahrzeugen, 19 Prozent bei Windkraft, 14 Prozent bei Photovoltaik und 12 Prozent bei Batteriespeichern. Die USA liegen vor allem bei Batterie-Speichersystemen mit 31 Prozent deutlich stärker als in den anderen Bereichen, während Europa bei den Batterieanschaffungen deutlich hinterherhinkt. Der Vorsprung Chinas ist vor allem auf frühzeitige industriepolitische Weichenstellungen, große Produktionskapazitäten, Skaleneffekte sowie eine konsequente Förderung von Elektromobilität und erneuerbaren Energien zurückzuführen.
Bis 2030 soll der österreichische Stromverbrauch (national bilanziell) zu 100% aus Erneuerbaren gedeckt werden. Dazu braucht es insgesamt 27 TWh zusätzliche erneuerbare Erzeugungskapazitäten. Während Gesetzgebungen wie das EABG und EAG den Erneuerbaren-Ausbau vorantreiben und beschleunigen sollen, wird zunehmend auch der Ruf nach vermehrter europäischer Wertschöpfung lauter. Durch Bestrebungen wie den "Made in Europe"-Bonus oder Anforderungen des Net Zero Industry Acts soll diesen Forderungen Rechnung getragen werden. Auch der kürzlich veröffentlichte EU-Industrial Accelerator Act soll die europäische Herkunft von Technologien im Erneuerbaren-Bereich fördern. Diese Anstrengungen sind jedenfalls im Sinne der europäischen Energiesouveränität und Ressourcendiversifizierung zu begrüßen und durch weitere politische Zusagen zu unterstützen.