Die thermische Abfallverwertung, sprichwörtlich auch Müllverbrennung, ist ein Schlüsselinstrument für nachhaltige Energie. Abfälle werden dort in Strom und Wärme umgewandelt, die anschließend in Haushalten genutzt werden können. Damit trägt die thermische Abfallverwertung maßgeblich zur Umweltschonung und effizienten Ressourcennutzung bei. Warum ist sie für die Kreislaufwirtschaft von Bedeutung?
Die Europäische Kommission zielt mit ihrem Kreislaufwirtschaftspaket darauf ab, das Abfallaufkommen zu verringern und Abfälle umwelt- und ressourcenschonender zu verwerten. Die österreichische Abfallwirtschaft steht mit 62% Recycling aus Siedlungsabfall bereits im europäischen Spitzenfeld und wird sich im Sinne der Ziele der Kreislaufwirtschaft laufend weiterentwickeln.
Allerdings können an mehreren Stellen des Produktlebenszyklus nicht recyclebare Abfälle entstehen. Beispielsweise kann es Verschmutzungen oder (gefährliche) Kontaminationen geben, die durch (mechanisches) Recycling unerwünschterweise wieder in den Stoffkreislauf kommen würden. Zusätzlich bietet die thermische Abfallverwertung / Müllverbrennung einen guten Ausgangspunkt, um neue Sekundärmaterialien für die Kreislaufwirtschaft zu gewinnen. Die Wien Energie leistet mit dem "Wiener Modell" auch einen wichtigen Beitrag für das Energiesystem - ein Vorzeigebeispiel bei der nachhaltigen Nutzung von freiwerdender Energie in Form von Fernwärme und Strom.
Im März 2020 hat die EU-Kommission unter der Leitung von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen wichtigen Schritt getan: Sie hat einen neuen Aktionsplan für eine EU-Kreislaufwirtschaft vorgestellt. Dieser Plan ist Teil des EU Green Deals und soll unsere Wirtschaft stärken, Verbraucher unterstützen und den Weg in eine umweltfreundlichere Zukunft ebnen. Im Rahmen des "Fit for 55"-Pakets arbeitet die Kommission daran, neue Regeln für eine nachhaltige Abfallwirtschaft zu schaffen. Dabei ist es besonders wichtig zu betonen, wie wichtig die thermische Abfallverwertung ist. Hauptzweck ist es gefährliche Abfälle sowie nicht wieder verwertbare Abfälle sicher zu entsorgen und Schadstoffe umweltschonend zu beseitigen. Durch die Vermeidung von Methanemissionen und die Nutzung der frei werdenden Energie trägt sie auch maßgeblich dazu bei, unsere Klimaziele zu erreichen. Zusätzlich werden durch innovative Verfahren wie die Phosphorrückgewinnung wertvolle Ressourcen aus den Abfallrückständen gewonnen, was einen großen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leistet. Neben Siedlungsabfällen müssen auch gefährliche Abfälle wie Krankenhausabfälle oder auch schadstoffhaltige Klärschlämme verbrannt werden, um Umweltauswirkungen zu minimieren. Die thermische Abfallverwertung spielt eine entscheidende Rolle bei der sicheren Entsorgung dieser speziellen Abfallarten und minimiert potenzielle Risiken für Mensch und Umwelt.
Die thermische Abfallverwertung stellt einen integrierten Bestandteil einer hochentwickelten Abfallwirtschaft dar und leistet einen wesentlichen und ökologisch nachhaltigen Beitrag zu den Zielen der EU-Kreislaufwirtschaft. Die politische Anerkennung und Unterstützung der energetischen Abfallverwertung ist daher auch für die Erreichung der Klimaziele 2030 und der gesetzlich verankerten Klimaneutralität 2050 zentral.