Nachfrage nach grünen Gasen

Wie viel grünes Gas werden wir brauchen? Eine aktuelle Studie zeigt, dass das realisierbare Potenzial unter der prognostizierten Nachfrage liegt. Grüne Gase bleiben daher ein knappes Gut, das vorrangig in bestimmten Bereichen zum Einsatz kommen soll.

null

Österreich will bis 2040 klimaneutral werden. Ein wichtiges Werkzeug für die Erreichung von diesem Ziel können grüne Gase spielen. Eine aktuellen Studie der Österreichischen Energieagentur im Auftrag des Klimaschutzministeriums zeigt: Die Nachfrage wird groß sein! Je nach Szenario liegt diese 2040 bei 89 bzw. 138 TWh. Im Szenario „Infrastrukturnutzung“ wurde angenommen, dass die bereits bestehende technologische Gasinfrastruktur verwendet wird. Im Szenario „Energieeffizienz“ geht man von einer ambitionierteren technologischen Entwicklung aus. In beiden Szenarien ist die Industrie der größte Abnehmer, während der Verkehr und die Energiewirtschaft nur einen Bruchteil nachfragen. Doch hat Österreich davon genug, um den eigenen Bedarf zu decken? Laut der Studie liegt das theoretische Potenzial an grünen Gasen aus biogenen Reststoffen im Jahr 2040 bei 88 TWh. Das realisierbare Potenzial beläuft sich jedoch nur auf 20 TWh. Die Nachfrage übersteigt diese Menge somit deutlich.

Grünes Gas wird laut der Studie also auch in Zukunft eine knappe Ressource sein. Bei der Umstellung auf eine grüne Gasversorgung müssen daher zuerst jene Bereiche mit grünem Gas versorgt werden, in denen keine andere Technologie anwendbar ist. Dies umfasst neben der Industrie auch den Einsatz in hocheffizienten KWK-Anlagen. Um grünes Gas in den benötigten Mengen in diesen Bereichen bereitzustellen, sollte ein bundesweites Förderregime etabliert werden. Im Haushaltsbereich sollten grüne Gase hingegen nicht zum Einsatz kommen.