Nutzenergieverbrauch für Heizung und Warmwasser in Wien

Die von der Statistik Austria jährlich erstellte Nutzenergieanalyse liefert detaillierte Informationen über die Einsatzzwecke von Energieträgern im Endverbrauch. Diese Strukturdaten liefern durch die Anwendung auf die nationalen Energiebilanzen eine essenzielle Grundlage für die Beurteilung der Energieeffizienz auf Bundes- und Landesebene.

Die von der Statistik Austria jährlich erstellte Nutzenergieanalyse liefert detaillierte Informationen über die Einsatzzwecke von Energieträgern im Endverbrauch. Diese Strukturdaten liefern durch die Anwendung auf die nationalen Energiebilanzen eine essenzielle Grundlage für die Beurteilung der Energieeffizienz auf Bundes- und Landesebene.

Ein Blick nach Wien zeigt, dass sich der Nutzenergieverbrauch für Heizung und Warmwasser in den Jahren 2015 bis 2021 zwischen rund 15.000 und 17.000 GWh pro Jahr bewegt hat. Seit dem Erreichen des Spitzenwerts von knapp 16.900 GWh im Jahr 2021 sank der Gesamtverbrauch stetig und lag im Jahr 2024 bei rund 13.600 GWh. Und das, obwohl im gleichen Zeitraum auch die Wohnnutzfläche in Wien gestiegen ist. Zurückzuführen ist dieser deutliche Rückgang auf die Witterungsbedingungen. 2021 war ein vergleichsweise kaltes Jahr, während die durchschnittlichen Temperaturen in den Jahren 2022-2024 wieder deutlich gestiegen sind. Zurückgegangen ist insbesondere auch der Verbrauch an Erdgas, welcher 2024 bei knapp 5.000 GWh und damit teils deutlich unter den Vorjahreswerten lag. Bei Fernwärme liegt der Verbrauch seit 2015 konstant bei rund 6.000 GWh und trägt damit erstmals mehr zur Versorgung mit Nutzwärme für Heizung und Warmwasser bei als Gas. Elektrische Energie liegt mit einem relativ konstanten Verbrauch von rund 1.800 GWh pro Jahr an dritter Stelle, während der Verbrauch von Öl seit 2015 deutlich zurückgegangen ist. Biogene, Umweltwärme und sonstige Energieträger tragen nur marginal zur Deckung des Nutzwärmebedarfs in Wien bei. Die Entwicklung seit 2021 zeigt insgesamt einen rückläufigen Wärmebedarf sowie eine schrittweise Verlagerung von Erdgas zu erneuerbaren Energieträgern.

Die Dekarbonisierung der Fernwärme ist ein zentraler Baustein für eine umweltfreundliche Wärmeversorgung der Zukunft. Wie dieser Umbau gelingen kann, skizziert die Dekarbonisierungsstudie von Wien Energie: Bis 2040 soll das Fernwärmenetz rund 56 Prozent des gesamten Wärmebedarfs decken und entsprechend ausgebaut werden. Für die Umstellung der Gebäude auf Erneuerbare und Fernwärme sind klare Angebote und ausreichende Förderungen notwendig, die dazu führen, dass Gebäudeeigentümer eine Umstellung des Heizsystems vornehmen. Für die Dekarbonisierung der Fernwärme hingegen sind vor allem der Ausbau der Tiefengeothermie und Großwärmepumpen entscheidend, die schrittweise gasbetriebene Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) ersetzen sollen. Voraussetzung dafür sind einfachere Verwaltungsabläufe und deutlich schnellere Genehmigungs- und Erkundungsverfahren für die Aufsuchung und Gewinnung geothermischer Energie. Erforderlich sind daher sowohl eine Novellierung des MinroG als auch die Berücksichtigung der Geothermie im geplanten EABG.