Der Wärmesektor ist in Österreich für etwa die Hälfte des Endenergieverbrauchs verantwortlich. Der Großteil der eingesetzten Energieträger in Raum- und Prozesswärme ist fossil. Jetzt gilt es zügig auf den Ausbau der umweltfreundlichen Fernwärme zu setzen!

Das österreichische Regierungsprogramm sieht eine 100%ig erneuerbare Stromversorgung bis 2030 und eine Abkehr von fossilen Energieträgern bis zum Jahr 2040 vor. Während die Stromwende bereits erfolgreich voranschreitet, gibt es erheblichen Aufholbedarf im Wärmebereich. 50% der Endenergie in Österreich werden für das Heizen und für Wärme in Betrieben aufgewendet. Die Nutzenergieanalyse der Statistik Austria zeigt, dass der Anteil fossiler Energieträger im Raumwärme- und Prozesswärmebereich 2019 knapp 85 TWh betrug. Den mit Abstand am meisten eingesetzten Energieträger stellt Erdgas dar (51 TWh). Im Vergleich: Rund 70 TWh der Raum- und Prozesswärme stammten insgesamt aus erneuerbaren Energieträgern inkl. erneuerbarer Fernwärme und Strom. Im Raumwärmebereich haben die Erneuerbaren Erdgas bereits als führenden Energieträger überholt: 2019 wurden 24 TWh Erdgas und 29 TWh erneuerbare Energie fürs Heizen verbraucht.
Beim Vorantreibern der Wärmewende spielt vor allem der Ausbau von Fernwärme eine wichtige Rolle - insbesondere um Städte wie Wien zu dekarbonisieren. Um den Erneuerbaren-Anteil in Fernwärmenetzen zu erhöhen, führt kein Weg am Ausbau der Geothermie vorbei. Umfangreiche Förderungen, Verwaltungsvereinfachungen und beschleunigte Verfahren zur Aufsuchung und Gewinnung dieser sauberen und unerschöpflichen Energiequelle sind dabei der Schlüssel zum Erfolg. Weitere erneuerbare Energiequellen wie Biomasse oder Grünes Gas können zudem klimafreundliche Wärme bereitstellen.