Wo kommt Erdgas in Österreich zum Einsatz? Knapp 30% fallen für Strom- und Wärmeerzeugung an, weitere 30% für Raumwärme und Warmwasser sowie in der Industrie. Im EWG-Entwurf ist nun ein Verbot für Gasheizungen im Neubau ab 2023 vorgesehen, der Ausstiegspfad im Bestand soll folgen.

2020 wurden in Österreich 85 TWh fossiles Erdgas verbraucht. 29% davon fallen in der Strom- und Wärmeerzeugung an. Weitere 29% werden aktuell für Raumwärme und Warmwasser eingesetzt. Den größten Anteil hält allerdings die Industrie, die Erdgas vor allem für Prozesswärme nutzt. Die größten Verbraucher stellen hier die Papier- und Chemieindustrie sowie die Stahlerzeuger dar. Hier lässt sich Gas durch die benötigten hohen Temperaturen oftmals schwerer ersetzen als in anderen Sektoren. Diese Prozesse können nur durch Grünes Gas erneuerbar werden. Angesichts der aktuellen Gaskrise sind alle Sektoren dazu angehalten, den Verbrauch von Erdgas so gut es geht zu reduzieren - kurzfristig gibt es allerdings wenig Alternativen.
Langfristig kann der Ausstieg aus fossilem Gas durch den Erneuerbaren-Ausbau in der Stromerzeugung, Elektrifizierung (durch Wärmepumpen) und die Dekarbonisierung der Fernwärme durch Geothermie und Großwärmepumpen gelingen. Trotz eines enormen Potentials wird Grünes Gas wie Biomethan oder Wasserstoff in Zukunft eine knappe Ressource sein. Bei der Umstellung auf eine grüne Gasversorgung müssen daher zuerst jene Bereiche mit Grünem Gas versorgt werden, in denen keine andere Technologie anwendbar ist. Dazu zählen Teile der Industrie sowie KWK-Anlagen. In der Raumwärme gibt es in den meisten Fällen bereits bessere Alternativen. Im Entwurf des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes wird nun ein Verbot für Gasheizungen im Neubau ab 2023 erlassen, für den Ausstieg aus Gasheizungen im Bestand bis 2040 soll rechtzeitig eine Novelle folgen.