Mehr heimische Erneuerbare für mehr Energieunabhängigkeit: Österreich ist weiterhin maßgeblich auf Energieimporte angewiesen und zahlt dafür jedes Jahr Milliarden. Die Versorgungssicherheit der Zukunft muss auf der heimischen Erneuerbaren Stromversorgung basieren.

Österreich importiert deutlich mehr Energie, als es exportiert. Das spiegelt auch die Außenhandelsbilanz im Energiesektor wider: 2025 standen Ausgaben für Importe von 12,7 Mrd. Euro Exporteinnahmen von 4,9 Mrd. Euro gegenüber, ein Minus von 7,8 Mrd. Euro. 2024 lag die Lücke bei 8,4 Mrd. Euro.
Den größten Anteil an den Importausgaben hat weiterhin Öl: 8,2 Mrd. Euro flossen 2025 in den Import des fossilen Energieträgers, knapp zwei Drittel der gesamten Importausgaben (2024: 9,2 Mrd. Euro). Für Erdgas gab Österreich 1,9 Mrd. Euro aus, nach 2,9 Mrd. Euro im Jahr davor. Bei elektrischer Energie stiegen die Importausgaben von 1,3 auf 1,8 Mrd. Euro, während die Exporteinnahmen von 2,9 auf 2,1 Mrd. Euro sanken.
Um unabhängiger von teuren Energieimporten zu werden, aber auch um den künftig steigenden Strombedarf durch Elektrifizierung oder auch Rechenzentren zu decken, muss der Ausbau der regionalen Erneuerbaren Stromversorgung vorangetrieben werden.
Die Dekarbonisierung der Bereiche Verkehr und Raumwärme ist dafür maßgeblich. Im Verkehr stehen Alternativen bereit: Die Elektromobilität hat Benzin- und Dieselfahrzeuge von Beginn an in puncto Effizienz, Lärmverschmutzung und Klimafreundlichkeit überholt. Auch im Wärmesektor dürfen künftig nur mehr fossilfreie Heizsysteme zum Einsatz kommen. Großwärmepumpen, Geothermie und dekarbonisierte Fernwärme spielen dabei eine wesentliche Rolle. Der Bau der Tiefengeothermie Anlage in der Seestadt Aspern ist dabei ein Leuchtturmprojekt der Energiewende.
Der Ausbau der Erneuerbaren in Österreich sorgt nicht nur für eine dekarbonisierte Energiezukunft, sondern fördert auch die Versorgungssicherheit des österreichischen Industriestandorts. Wien Energie und ImWind haben sich zum Ziel gesetzt bis 2030 insgesamt 1.800 Megawatt Erneuerbaren-Leistung in Österreich zu realisieren. Bis 2040 soll die Leistung auf 2.800 Megawatt steigen.