Sprechen wir über digitale Mobilitätsdienstleistungen

07.05.2026

Die Digitalisierung eröffnet der Mobilität neue Chancen: sie kann verkehrsinduzierte Umweltbelastungen reduzieren und gleichzeitig die Mobilität für alle Nutzer*innen effizienter sowie zugänglicher gestalten. In der Breite der Zielgruppen entfaltet Digitalisierung ihre Wirkung jedoch nur durch verstärkte Kooperation und ein gemeinsames Verständnis der Integration multimodaler Mobilitätsdienste in Österreich. Die Europäische Kommission arbeitet bereits seit mehreren Jahren an mehreren Vorgaben in diesem Bereich z. B. für multimodale digitale Mobilitätsdienste (MDMS) und einheitliche Buchungs- und Ticketsysteme (SDBTR), die nun Mitte Mai vorgelegt werden sollen. Digitalisierung ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, um ein benutzer*innenfreundliches und nachhaltiges Mobilitätssystems zu ermöglichen, das hochwertige Alternativen zur Nutzung privater Fahrzeuge bietet.

Hintergrundinfos

Bereits im Jahr 2021 startete die Europäische Kommission ihre Vorbereitungen für einen Vorschlag zu Multimodalen Digitalen Mobilitätsdiensten (MDMS) mit dem Ziel, die Integration verschiedener Verkehrsträger über digitale Plattformen zu fördern und Fahrgästen so den Vergleich verschiedener Reiseoptionen sowie die Ticketbuchung zu erleichtern. Der Kommissionsvorschlag war ursprünglich für Herbst 2023 vorgesehen, jedoch scheiterte die Folgenabschätzung am kommissionsinternen Kontrollgremium.

In der aktuellen Legislaturperiode bekam das Thema wieder Aufwind: Zu den Aufgaben von Verkehrskommissar Tzitzikostas  zählt ausdrücklich die Entwicklung einer Initiative für ein erleichtertes grenzüberschreitendes Ticketing.  Aus verschidenen Elementen der ursprünglich geplanten MDMS-Initiative sollen nun zwei separate Regelwerke entstehen: Eine MDMS-Verordnung mit einem Schwerpunkt auf Mobilitätsplattformen sowie eine Verordnung zum grenzüberschreitenden Ticketkauf mit Fokus auf den Eisenbahnsektor (Single Digital Booking and Ticketing Regulation, genannt SDBTR). Diese beiden Vorschläge sollen als Teil des sogenannten „Passenger Package“ am 13. Mai von der Europäischen Kommission veröffentlicht werden.

Unsere Forderungen

Damit Multimodale Digitale Mobilitätsdienste (MDMS) ihr volles Potenzial entfalten können, benötigt es administrierbare, technologisch realisierbare und wettbewerbsneutrale (faire) Rahmenbedingungen. Die Europäische Kommission kann hierfür wichtige Impulse setzen. Gleichzeitig bergen regulatorische Vorgaben das Risiko hoher Integrationsaufwände, Wettbewerbsverzerrungen und uneinheitlicher europäischer Umsetzung, sofern sie nicht realitätsnah ausgestaltet sind.

Die Wiener Stadtwerke haben sich in diesem Sinne seit Beginn der Vorbereitungen über Konsultationen und Workshops der Europäischen Kommission sowie innerhalb europäischer Verbände eingebracht.