Gemeinsam mit der europäischen Weltraumorganisation (ESA) hat die Energiewerkstatt eine neue Grundlage für die Bewertung der Windressourcen in Österreich geschaffen.
© Sibylle MausZuletzt 2011 veröffentlicht, zeigt der Windatlas die langjährige mittlere Windgeschwindigkeit in einem Raster in den Höhen 80, 100, 130 und 150 m über dem Grund. Basierend auf regionalen Klimadaten wird die Auswertung durch Windmessdaten ausgeweitet, wobei Korrekturwerte für Abweichungen in Messstationen herangezogen werden. Nach weiteren Validierungsprozessen entsteht die öffentlich zugängliche Potenzialanalyse.
Betrachtet man Flächen mit mehr als 5 m/s mittlerer Windgeschwindigkeit in 100 m Höhe, zeigt die Auswertung, dass deutlich mehr Räume für den Windkraftausbau von Interesse sein könnten.
Manche dieser Flächen befinden sich sogar in bisher vorgesehen Ausschlusszonen: In Oberösterreich sind dies das südliche Traunviertel sowie das nördliche und nordöstliche Mühlviertel. In Kärnten gewinnt insbesondere die Soboth im Osten deutlich an Bedeutung. Auch im Westen treten die Bereiche von der Ankogelgruppe bis zur Schobergruppe stärker hervor. Im Grenzraum zwischen Niederösterreich und der Steiermark zeigen sich großflächige Gebiete, die hinsichtlich ihrer Windaufbringung neu zu bewerten sind.
Weitere interessante Flächen erstrecken sich in Salzburg von den Loferer und Leoganger Steinbergen bis in die Berchtesgadener Alpen. In Tirol fallen vor allem die südlichen Grenzbereiche bei den Ötztaler und Zillertaler Alpen Gebiete auf. Deutlich geringeres Potenzial als bislang angenommen zeigen hingegen die Lechtaler und Stubaier Alpen.
Während die Auswertungen des Windatlas für die breite Öffentlichkeit zugänglich und von Interesse sind, können vor allem Projektentwickelnde, Sachverständige und Gemeinden die Karte nutzen, um Gebiete für Projekte und Untersuchungen zu identifizieren. Für die konkrete Projektumsetzung sind dennoch individuelle Windmessungen am Standort sowie Umwelt- und Naturschutzuntersuchungen erforderlich, um die Anlagen tatsächlich bauen zu können.
Der Windatlas zeigt jedenfalls, dass in Sachen Windkraft noch einiges an Potenzial in Österreich vorhanden ist, das für die erneuerbare Energiezukunft des Landes genutzt werden kann.
