Wien hat erstmals eine umfassende Gesamtstrategie für nachhaltige urbane Logistik vorgelegt. Mit dem „Masterplan Urbane Logistik“, der kürzlich im Wiener Gemeinderat verabschiedet wurde, liegt nun ein gemeinsamer Rahmen für einen klimafitten und effizienten Wirtschaftsverkehr vor.
© Markus SpiskeDer Hintergrund: Der städtische Wirtschaftsverkehr macht bereits rund ein Fünftel des gesamten Verkehrs in Wien aus, mit steigender Tendenz. Ziel der neuen Strategie ist es daher, Transportprozesse insgesamt effizienter zu gestalten, Lieferverkehre besser zu bündeln und gleichzeitig Emissionen sowie Verkehrsaufkommen zu reduzieren.
Im Zentrum steht das Prinzip „Vermeiden, Verlagern, Verbessern“. Nicht notwendige Fahrten sollen reduziert, Transporte verstärkt auf nachhaltigere Verkehrsträger verlagert und bestehende Abläufe optimiert werden.
Dabei setzt der Masterplan unter anderem auf neue Lösungen für die „letzte Meile“, den weiteren Ausbau von Paketboxen im unmittelbaren Wohnumfeld sowie die stärkere Nutzung klimafreundlicher Zustellformen. Ergänzend spielen auch klar geregelte Ladezonen, der Ausbau der Ladeinfrastruktur und eine zentrale Koordinierungsstelle eine wichtige Rolle, um Abläufe im urbanen Wirtschaftsverkehr effizienter zu steuern. Ebenso soll die bessere Bündelung von Lieferverkehren sowie die zunehmende Digitalisierung von Logistikprozessen zusätzliche Potenziale heben.
Erstmals werden damit unterschiedliche Maßnahmen und Akteur*innen in einer gemeinsamen strategischen Klammer zusammengeführt und eine abgestimmte Grundlage für die Zusammenarbeit von Stadt, Wirtschaft und Infrastrukturpartnern gelegt.
Mit dem Masterplan wird der Rahmen geschaffen, um urbane Logistik in Wien künftig koordiniert weiterzuentwickeln und Maßnahmen gezielter aufeinander abzustimmen. Dadurch können Innovationen schneller in die Umsetzung kommen und die Weiterentwicklung einer effizienten und klimaverträglichen Logistik nachhaltig vorangetrieben werden.
Dieser Beitrag bietet einen ersten Überblick über die neue Strategie. Eine vertiefende Einordnung folgt kommende Woche: Monika Unterholzner, stellv. Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke, und Clemens Horak, Leiter der MA 18 (Stadtentwicklung und Stadtplanung), werden den Masterplan in einem Gastbeitrag näher vorstellen und analysieren.

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