Untersucht wurden Fernwärmekosten für eine fikitive Wohnung in verschiedenen Städten in Österreich und in Deutschland. Ziel der Studie war es ein realitätsnahes Verständnis der Preisstruktur von Fernwärme in unterschiedlichen Systemen und Regionen zu schaffen.
© Jacek DylagDie Studie „Tarif- & Strukturdatenvergleich österreichischer & deutscher Fernwärmeanbieter“ erstellt durch Compass Lexecon, im Auftrag von Wien Energie, analysiert die aktuellen veröffentlichten Fernwärmetarife und Strukturparameter führender Anbieter in Österreich und Deutschland. Ziel war es, möglichst vergleichbare Fernwärmesysteme im Hinblick auf Kostenstruktur, Preisgestaltung und Systemcharakteristika transparent darzustellen.
Die Studie untersucht die jährlichen Gesamtkosten für Fernwärme einer fiktiven Wohnung, einschließlich aller anfallenden Entgelte wie Einzelmessung und -abrechnung, Gebrauchsabgaben und Steuern. Auch wenn nicht alle Leistungen vom jeweiligen Fernwärmeunternehmen erbracht werden, sollten damit die vollständigen Kosten der Fernwärmenutzung aus Kund*innensicht abgebildet werden. Wo einzelne Kostenpositionen – etwa die Einzelverrechnung – von Anbietern nicht veröffentlicht wurden, erfolgte eine Schätzung auf Basis repräsentativer Durchschnittswerte, um für alle Systeme eine vergleichbare Dienstleistungstiefe und Transparenz herzustellen. Dieses umfassende Vorgehen ermöglicht ein realitätsnahes Verständnis der Preisstruktur von Fernwärme in unterschiedlichen Systemen und Regionen.
Die Untersuchung umfasst 15 österreichische und 6 deutsche Fernwärmesysteme. Verglichen wurden jeweils die laufenden Jahresentgelte einer Musterwohnung (70 m², 8 000 kWh Jahreswärmebedarf inklusive Warmwasser) sowie wesentliche Strukturparameter wie Netzlänge, versorgte Endkundenzahl, gelieferte Wärmemenge und Anteil erneuerbarer Energien.
Dabei zeigen sowohl die Preisbescheidstarife, als auch die indexierten Tarife in den untersuchten Gesamtkosten in Österreich und in Deutschland eine sehr ähnliche Varianz. Das verdeutlicht, dass die Fernwärmekosten primär durch die lokalen Gegebenheiten und die jeweilige Struktur und Erzeugung der Fernwärme bestimmt werden und Preise auf Basis der Kostenstruktur gebildet werden.
Wien zählt mit rund 5.500 GWh Jahreswärmemenge, über 1.300 km Netzlänge und mehr als 478.000 versorgten Kund*innen zu den größten und komplexesten Fernwärmesystemen Europas. Die Ergebnisse bestätigen, dass Wien Energie im nationalen und im Vergleich mit Deutschland ein wettbewerbsfähiges Preisniveau bietet und mit dem aktuellen Preisbescheidstarif auch zu den günstigsten Tarifen zählt.