Mit insgesamt 460 Mio. Euro wurde der Ausbau der Fernwärme und Fernkälte in den letzten zehn Jahren gefördert. Dadurch wurden Investitionen in der Höhe von knapp zwei Mrd. Euro mobilisiert und die Beschäftigung gesteigert.
© Wien EnergieVerschiedene Förderprogramme unterstützen den Ausbau der Fernwärme und Fernkälte in Österreich. Im Zeitraum 2010 – 2019/2020 wurden dafür insgesamt 460 Mio. Euro an Förderungen ausgeschüttet. Investitionen in der Höhe von knapp zwei Mrd. Euro wurden somit für den Anlagen- und Leitungsbau mobilisiert. Das zeigt eine aktuelle Analyse der österreichischen Energieagentur. Untersucht wurde das Förderregime und die volkswirtschaftlichen Effekte von Fernwärme und Fernkälte im Zeitraum von 2010 bis 2020. Neben den Bundesförderungen (UFI und WKLG) sind auch EU- und Landesförderungen relevant.
Die Förderprogramme (UFI und WKLG) zeigen hohe volkswirtschaftliche Wirksamkeit: Mit einem Euro an Förderung werden im Durchschnitt 4,3 Euro an Investitionen und 2,6 Euro an inländischer Wertschöpfung ausgelöst. Diese Investitionen haben zudem Arbeitsplätze gesichert sowie neu geschaffen. Das spiegelt sich auch deutlich im Beschäftigungseffekt wider: Für den Zeitraum zwischen 2010 und 2020 lag dieser bei insgesamt 12.600 Vollzeitäquivalente. Bezogen auf ein durchschnittliches Jahr sind das für beide Förderströme knapp 1.260 Jobs.
Zur Erreichung der Klimaziele muss auch die Fernwärme dekarbonisiert werden. Für die Dekarbonisierung der Fernwärmeerzeugung und deren Ausbau sind zusätzliche erneuerbare Energieträger erforderlich. Eine große Rolle werden hier unter anderem die Geothermie, Biomasse und Wärmepumpen spielen. Im Dekarbonisierungsszenario der Studie (bezieht sich nicht auf das neue Ziel der Klimaneutralität 2040, sondern auf eine Dekarbonisierung bis 2050) sinken die Emissionen bis 2050 um 92% (im Vergleich zu 2005), während der Anteil der erneuerbaren Energien auf 96% anwächst. Die Fernwärmeerzeugung steigt laut Szenario von 25 TWh im Jahr 2017 auf 30 TWh im Jahr 2050. Derzeit werden etwa 1,4 Millionen bzw. rund 30% der WärmekundInnen in Österreich mit Fernwärme versorgt. Bis 2050 könnte sich der Anteil um 50% auf 2,1 Millionen KundInnen erhöhen.
Um das Fernwärmesystem vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen und mehr Menschen mit Fernwärme versorgen zu können, sind Neuinvestitionen in Höhe von insgesamt 7,9 Mrd. Euro notwendig. Der größte Anteil entfällt auf die Wärmeverteilung (4,6 Mrd. Euro, ohne Reinvestitionen und Betriebskosten). Die 7,9 Mrd. Euro an Investitionen führen zu einer inländischen Wertschöpfung von knapp 4,9 Mrd. Euro. Mehr als die Hälfte der inländischen Wertschöpfung wird durch die Erschließung von geothermischen Potentialen oder den Einsatz von Wärmepumpen ermöglicht (52%). Bedeutend dafür ist auch der Bereich Biomasse (21%) und Müllverbrennung (10%).