Der Kühlbedarf wird in Österreich in den kommenden Jahren massiv ansteigen, vor allem in Städten. Eine Studie der BOKU versucht nun zu prognostizieren, wie hoch der Bedarf an Kühlung in den kommenden Jahren sein wird und wie man diesen effizient und klimafreundlich bereitstellen kann.
© Wien EnergieDie Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) hat im Frühjahr 2025 die Studie „Urbaner Kältebedarf in Österreich 2030/2050“ veröffentlicht. Ziel der Untersuchung war es, den künftig steigenden Bedarf an Raumkühlung wissenschaftlich zu quantifizieren und aufzuzeigen, welche technologischen, ökologischen und wirtschaftlichen Optionen bestehen.
Hintergrund ist, dass Klimawandel, Urbanisierung und steigende Komfortansprüche Kühlung in Städten zu einem zentralen Thema für Energiepolitik und Stadtplanung machen. Die Studie soll flächendeckende Daten und Szenarien zum Kältebedarf in Österreich bieten und damit eine fundierte Grundlage für Planungs- und Investitionsentscheidungen bilden.
Damit eine Prognose zum Kühlbedarf herausgearbeitet und dann auch sinnvoll implementiert werden kann, hat die Studie eine systematische Methodik verfolgt. Diese gliedert sich in eine räumliche Modellierung, eine Technologieanalyse, eine Analyse von passiven sowie aktiven Technologien und spezifischen Quartiersanalysen.
Räumliche Modellierung:
Mit einem GIS-basierten Modell wurden Bevölkerungs- und Gebäudedaten mit Klimaprojektionen kombiniert. Daraus entstehen Kältebedarfskarten auf Gemeindeebene für 2030, 2040 und 2050. Sie machen sichtbar, in welchen Regionen Kühlung zur Herausforderung wird – allen voran Wien, das Burgenland und der Donauraum.
Technologieanalyse:
Die Analyse unterscheidet zwischen passiven und aktiven Technologien und bewertet diese nach Effizienz, Kosten und ökologischer Wirkung Ziel war es, für unterschiedliche Gebäudetypen und Quartiersstrukturen geeignete Pfade zu identifizieren.
Passive Technologien:
Aktive Technologien:
Quartiersanalysen:
In fünf repräsentativen Stadtquartieren, von dicht bebauten Gründerzeitvierteln bis hin zu durchmischten Neubauarealen, wurden Szenarien berechnet (Studie, Kap. 5). Jede Analyse kombiniert passive und aktive Maßnahmen, bewertet deren Kosten und zeigt den Effekt auf den lokalen Energiebedarf.
Als ergänzendes Beispiel (nicht Teil der BOKU-Studie) kann das Projekt Village im Dritten genannt werden, das zeigt, wie nachhaltige Quartierskühlung in Wien in der Praxis umgesetzt wird.
