Eine Studie des Instituts für Verkehrswesens (IVe) der BOKU erwartet zwischen 377.000 und 454.000 zugelassene E-Autos in Wien im Jahr 2040. Der Durchbruch der Elektromobilität steht und fällt jedoch mit der Infrastruktur. Bis zu 7.000 öffentliche Ladestellen unter 22 kW und 4.700 über 22 kW müssen zur Verfügung stehen, um den künftigen Tankbedarf decken zu können.
© Ralph HutterDas Institut für Verkehrswesen (IVe) der BOKU hat im Auftrag von Wien Energie eine Studie zur Entwicklung der E-Auto-Zahlen und damit einhergehend die benötigten Anzahl an Ladestationen im Großraum Wien durchgeführt. Diese stellt eine Aktualisierung der in 2018 veröffentlichten Studie der TU Wien zur E-Mobilitätsentwicklung Wiens dar. In der neueren Überarbeitung wurden auf Basis vier verschiedener Szenarien die Hochlaufkurven für E-Autos und Ladestationen bis zum Jahr 2040 ermittelt:
Anhand der Szenarien durchgeführte Simulationen zeigen, dass im Jahr 2025 die Anzahl der in Wien neu zugelassenen E-PKWs zwischen 24.000 und 32.000 beträgt, ab 2035 werden praktisch nur mehr elektrische PKWs neu zugelassen. Laut der Studie soll damit der E-Auto-Bestand in Wien von aktuell rund 20.000 auf rund 155.000 Elektroautos bis 2030 ansteigen. Damit ist der Anstieg an Elektroautos bis 2030 beinahe doppelt so schnell, wie noch in der Vorgängerstudie aus 2018 angenommen. 2040 steigt die Zahl an zugelassenen E-PKWs auf 377.000 bis 454.000 (je nach eintretenden Szenario).
Um diesen Bedarf zu decken, werden laut Studie bis 2030 bis zu 3.000 Ladepunkte unter 22 kW und bis zu 2.000 Ladepunkte über 22 kW benötigt werden. Bis 2040 steigen diese Zahlen auf 7.000 Ladestellen bis 22 kW und bis zu 4.700 Ladestellen mit einer Leistung von mehr als 22 kW. Diese Zahlen stellen den gesamten Bedarf an öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur dar. Bei öffentlich zugänglichen Ladepunkten handelt es sich sowohl um öffentliche Ladepunkte, die auf einem öffentlichen Grund errichtet sind, sowie um halb-öffentliche Ladepunkte, bei denen es sich um öffentlich zugängliche Ladepunkte auf privatem Grund, (wie zum Beispiel bei Supermarktparkplätzen) handelt.
Damit Fahrer*innen von E-Autos bei den steigenden Neuzulassungen ein ausgebautes Ladenetz zur Verfügung steht, legt die Stadt Wien den Ausbau von diesem in die Bereichsleitung für Klimaangelegenheiten. Das Vorhaben der Wien Energie im Auftrag der Stadt Wien ist es, 200 weitere öffentliche Ladestellen bis Ende 2024 in Wien zu errichten. Die Standorte dieser werden nach dem Bedarf der Bezirke bestimmt. Außerdem wurden mit Ende August der erste öffentliche Schnellladepark am Margaretengürtel in Betrieb genommen. An diesen Ultra-Schnellladestellen lädt ein durchschnittliches E-Auto nur 12 Minuten für 100 Kilometer Reichweite. Ein weiterer Schnellladepark wird in Kürze am Währinger Gürtel fertiggestellt.