Die Elektromobilität nimmt weltweit Fahrt auf: 2021 haben sich sowohl die Anzahl der Zulassungen, als auch der globale Marktanteil gegenüber 2020 mehr als verdoppelt.

Elektromobilität gilt als Gamechanger in der Verkehrswende. Während das Wachstum in den letzten Jahren eher verhalten war, legten die Absatzzahlen von Elektroautos im vergangenen Jahr deutlich zu. Der globale Marktanteil liegt nun bei knapp 8,5% bzw. fast sieben Millionen zugelassenen Fahrzeugen. Die meisten Elektroautos sind dabei in China unterwegs, gefolgt von Europa. 2021 waren in Österreich 12% aller Neuzulassungen Elektroautos, am gesamten Fahrzeugbestand machen sie aktuell aber nur knapp 1,6% aus.
Die zentrale Voraussetzung für mehr E-Autos auf Europas Straßen ist eine flächendeckende Ladeinfrastruktur. Diese ist in der EU nicht überall gleich zugänglich. Aktuell sind in Europa 200.000 Ladepunkte installiert. Diese finden sich zu 70% in den drei Ländern Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. Um das 2025-Ziel des EU Green Deals von einer Million Ladestellen in Europa doch noch zu erreichen, müssten ab sofort jährlich 200.000 Ladestationen dazukommen. Das sind fast 4.000 pro Woche.
Mit der Errichtung von 1.000 neuen öffentlichen E-Ladestellen hat Wien Energie bereits einen wesentlichen Grundstein für ein flächendeckendes Laden in der Bundeshauptstadt gelegt. Im internationalen Vergleich zählen Österreich bzw. insbesondere Wien zu absoluten Spitzenreitern in puncto E-Ladeinfrastruktur. Um das Laden künftig noch kundenfreundlicher zu gestalten und somit mehr Akzeptanz für den Umstieg auf E-Fahrzeuge zu schaffen, muss die Abrechnung an der Ladesäule in Richtung energiebasierter Abrechnung gehen. Die aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen verhindern dies jedoch noch. Auf EU-Ebene bedarf es zwingend einer einheitlichen Regelung für die Erfassung, Signierung und Weiterleitung von Ladevorgangsdaten. Mit einer Novelle der AFI-Richtlinie will die Europäische Union dies nun angehen.