Nach mehreren Jahren rückläufiger Treibhausgasemissionen ist der Ausstoß in Österreich 2025 wieder leicht gestiegen. Nach der aktuellen Nahzeitprognose des Umweltbundesamts erhöhten sich die Emissionen gegenüber 2024 um rund 0,7 Prozent auf 67,1 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalent. Die Entwicklung fällt dabei je nach Sektor unterschiedlich aus. Während die Emissionen im Verkehr deutlich zurückgingen, verzeichneten die Bereiche Gebäude, Landwirtschaft und Abfallwirtschaft wieder Zuwächse.

Im Bereich Energie und Industrie stiegen die Emissionen 2025 auf 30,2 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalent. Im Verkehrssektor gingen sie hingegen um 6,5 Prozent auf 18,2 Mio. Tonnen zurück. Damit zeigt sich eine deutlichere Reduktion, dennoch liegen die Verkehrsemissionen weiterhin über dem Niveau von 1990. Im Gebäudesektor stiegen die Emissionen auf 6,3 Mio. Tonnen, unter anderem aufgrund des höheren Heizenergiebedarfs infolge der kühleren Witterung. Auch in der Landwirtschaft und Abfallwirtschaft kam es zu leichten Anstiegen auf 8,5 bzw. 2,3 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalent.
Langfristig zeigt sich insbesondere im Gebäudesektor eine deutliche Reduktion. Der Einsatz von Umgebungswärme, der Rückgang des Erdgas- und Heizöleinsatzes sowie die bessere thermische Qualität der Gebäude sind maßgeblich dafür verantwortlich und wirken emissionstreibenden Trends wie dem Anstieg der Wohnungsanzahl und der Wohnnutzfläche entgegen.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der Reduktionspfad nicht automatisch in jedem Jahr und in allen Sektoren gleichermaßen fortschreitet. Um das Ziel der Klimaneutralität 2040 zu erreichen, braucht es daher weiterhin konsequente Maßnahmen und einen verlässlichen politischen Rahmen. Das Klimaschutzgesetz (KSG) soll künftig den zentralen rechtlichen Rahmen für die österreichische Klimapolitik bilden. Vorgesehen sind neue Governance-Strukturen sowie die Verankerung des Klimaziels 2040. Die konkreten Maßnahmen sollen in einem Klimafahrplan festgelegt werden, der bis Ende 2027 erarbeitet werden soll.
Für jene Sektoren, die nicht dem europäischen Emissionshandel unterliegen, gelten zudem verbindliche Vorgaben im Rahmen der Effort Sharing Verordnung. Im Mobilitätsbereich geht die aktuelle Entwicklung bereits in die richtige Richtung: Die Emissionen sind 2025 deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig besteht weiterhin Entwicklungspotenzial, um die Emissionen langfristig zu reduzieren. Neben dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs zählt die Förderung der Elektromobilität zu den wichtigen Hebeln für die weitere Dekarbonisierung. Dafür braucht es Investitionen in eine leistungsfähige öffentliche und private Ladeinfrastruktur. Die Wiener Stadtwerke leisten mit dem kontinuierlichen Ausbau öffentlicher Ladestellen bereits einen wesentlichen Beitrag, um die Voraussetzungen für eine klimaverträgliche Mobilität zu verbessern und den Übergang in eine emissionsarme Zukunft zu unterstützen.