Die Treibhausgasemissionen Österreichs haben sich seit 1990 nur gering verändert. Einsparungen ab 2020 sind vor allem auf Pandemieeffekte zurückzuführen. Aktuelle Auswertungen zeigen, dass die Emissionen im Jahr 2024 voraussichtlich um 2,6 Prozent gegenüber 2023 weiter gesunken sind. Für die Erreichung der Klimaziele wären jedoch wesentlich stärkere jährliche Reduktionen erforderlich.

Seit 1990 hat Österreich seine Treibhausgasemissionen in Summe kaum gesenkt. Im Jahr 2020 gingen die Emissionen gemäß Umweltbundesamt zwar deutlich zurück, was aber vor allem auf Effekte der Covid-19-Pandemie zurückzuführen ist. Im selben Jahr wurde zudem das letzte Kohlekraftwerk Österreichs vom Netz genommen und technisch so adaptiert, dass ein Einsatz von Kohle ausschließlich für den Fall einer systemrelevanten Notlage vorgesehen ist. Nichtsdestotrotz sind laut Nahzeitprognose 2024 des Umweltbundesamtes die Gesamtemissionen Österreichs auch im Jahr 2023 gesunken, nämlich um rund 6,4 % auf 68,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. In der aktuellsten Nahzeitprognose 2025 (welche in der Grafik noch nicht abgebildet ist) analysiert das Umweltbundesamt das Jahr 2024, in welchem die Reduktion bei minus 2,6 % bzw. 1,8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente liegt. Damit wird im Jahr 2024 nach den vorläufigen Daten ein Wert in der Höhe von 66,9 Mio. Tonnen erreicht. Die Hauptgründe für diese Reduktionen liegen in einer schwächeren Wirtschaftsleistung, milderen Witterungsverhältnissen, und hohen Energiepreisen, die zu einem deutlichen Rückgang des Verbrauchs von Heizöl und Erdgas im Gebäudesektor führten.
Um das Ziel der Österreichischen Klimaneutralität im Jahr 2040 zu erreichen, ist es dringend notwendig, zusätzliche konkrete und ambitionierte Maßnahmen zügig und im Einklang mit dem Nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP) umzusetzen. Das Klimaschutzgesetz (KSG) bildet den entscheidenden rechtlichen Rahmen für die Reduktion der Treibhausgasemissionen (THG) in Österreich und ist zentral für die Erreichung der nationalen Klimaziele bis 2040. Die Effort Sharing Verordnung (ESV) spielt hierbei eine wesentliche Rolle, indem sie verbindliche Emissionsziele für die nicht-ETS-Sektoren wie Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft festlegt, die einen signifikanten Teil der nationalen Emissionen ausmachen. Zu den erforderlichen Maßnahmen gehören unter anderem die Förderung erneuerbarer Energien, die Verbesserung der Energieeffizienz und die Implementierung nachhaltiger Mobilitätskonzepte. Darüber hinaus müssen politische Entscheidungsträger umfassende Anreize für Unternehmen und Haushalte schaffen, um die THG-Reduktion voranzutreiben. Im Rahmen einer umfassenden Dekarbonisierungsstudie hat sich Wien Energie bereits im Jahr 2023 mit der Frage beschäftigt, wie in Wien die Netto-Null bis 2040 erreicht werden kann. Besonders der Wärmebereich erfordert die größten Anstrengungen, insbesondere im Hinblick auf die weit verbreiteten, wohnungsindividuellen Gasthermen, die eine große Herausforderung darstellen. Die Dekarbonisierung wird daher nur durch einen umfangreichen Systemwechsel bei Heizen und Warmwasser erzielt.