Erneuerbare dominieren Strommix: Knapp 89% der gesamten Stromerzeugung in Österreich stammten 2024 aus erneuerbaren Quellen. Wie sieht der Bruttostromerzeugungsmix konkret aus und was braucht es, um den Erneuerbaren-Anteil noch weiter zu steigern?

Erneuerbare nehmen langfristig eine immer größere Rolle im heimischen Strommix ein. Im vergangenen Jahr stammten knapp 89% der gesamten Stromerzeugung in Österreich aus erneuerbaren Quellen. Wasserkraft (60%) ist hierbei die zentrale erneuerbare Stromerzeugungstechnologie. Darauf folgt die Windkraft mit 15,4%, die im Vergleich zu 2023 (damals 11%) eine immer bedeutendere Rolle einnimmt. Weiters zu den Erneuerbaren hinzuzuzählen sind Biomasse (3,2%) und Photovoltaik, deren Anteil sich im letzten Jahr von 7% auf 9,6% steigern konnte. Bis 2030 soll der heimische Strombedarf zu 100% (bilanziell) mit Erneuerbaren gedeckt werden. Nicht nur in der Erzeugung, sondern auch im Inlandsstromverbrauch gilt es, den Erneuerbaren-Anteil zu erhöhen. Im Jahr 2023 lag dieser laut EAG-Monitoringbericht der E-Control bereits bei 92%. Um 2030 der Verbrauch zu bilanziell 100% aus Erneuerbaren zu decken, müssen gesamt 27 TWh, laut NEKP sogar 34 TWh an erneuerbarer Stromerzeugung ausgebaut werden.
Neben einer ausreichenden und gesicherten Förderung über Investitionszuschüsse oder Marktprämien, ist vor allem auch die Ausweisung ausreichender Flächen für den Ausbau der Erneuerbaren zentral. Diese Flächenwidmung, die meist im Rahmen von technologiespezifischen Zonierungen erfolgt, liegt in der Hand der Bundesländer. Die Ausbauziele der Bundesländer und verfügbaren Flächen reichen noch bei Weitem nicht aus, um die Ziele des EAG zu erreichen. Außerdem braucht es effiziente Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energie-Projekte, um die Energiewende rasch voranzutreiben und Österreich unabhängiger von fossilen Importen zu machen. Mit der RED III will die EU zudem bei den Mitgliedsstaaten Druck machen, sogenannte "Erneuerbaren-Beschleunigungsgebiete" auszuweisen. Dazu hat sich die Bundesregierung vorgenommen, noch vor Sommer 2025 ein Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) zu präsentieren.