Österreich muss seine THG-Emissionen senken: Im Vergleich mit den anderen EU-Staaten hinkt Österreich bei der Emissionsreduktion nach dem Pro-Kopf-Wert hinterher. Diese ist jedoch essentiell für die Erreichung der Pariser Klimaziele und der Vorgaben aus dem "Fit For 55"-Paket.

Mit einem Wert von 9,0 Tonnen CO2-Äquivalent hat Österreich seine Treibhausgasemissionen pro Kopf im Vergleich zu den 10,3 Tonnen im Jahr 1990 in Summe kaum gesenkt. Dies liegt hauptsächlich daran, dass die Emissionen im Verkehrssektor so stark angestiegen sind, dass die Einsparungen in den anderen Sektoren zunichte gemacht werden. Noch deutlicher wird die Notwendigkeit der Treibhausgasemissionsreduktion in Österreich, wenn man bedenkt, wie stark die EU-27, also die EU Länder im Schnitt, ihre Emissionen verringert haben. 2019 hat die EU im Schnitt 8,1 Tonnen CO2-Äquivalent pro Kopf ausgestoßen, was einer Reduktion seit 1990 von rund 30% entspricht. In Österreich sind die Pro-Kopf-Emissionen hingegen nur um 12% gesunken.
Um die Pariser Klimaziele und das österreichische Reduktionsziel von -48% aus dem "Fit for 55"-Paket bis 2030 zu erreichen, sind deutlich schnellere und höhere Emissionsreduktionen notwendig. Nach wie vor gibt es kein aktuelles Klimaschutzgesetz für den Zeitraum nach 2020, das das verbleibende Treibhausgasbudget auf die einzelnen Sektoren außerhalb des ETS aufteilt und jährliche Zwischenziele vorsieht. Dies wäre aber dringend notwendig, damit genau festgelegt werden kann, in welchen Sektoren welche Maßnahmen zur Emissionseinsparung getroffen werden müssen.