Wir importieren mehr Strom als wir exportieren: Seit mehr als 20 Jahren ist Österreich Nettostromimporteur. Der rasche Ausbau heimischer erneuerbarer Energien ist notwendig, um bis 2030 eine bilanzielle Eigenversorgung mit 100% Ökostrom zu erreichen.

Österreich ist Nettostromimporteur, das bedeutet, dass der Eigenverbrauch nicht vollständig mit eigener Erzeugung gedeckt wird. Strom wird laufend exportiert und importiert, die Differenz aus den beiden bezeichnet man als Nettostromimport. Im Jahr 2000 wurde zuletzt mehr Strom exportiert als importiert. Seit dem hat Österreich jedes Jahr einen klaren Importüberhang, wobei dieser auch Schwankungen unterlegen ist und zwischen 0,3% (2001) und 14% (2015) des gesamten Stromverbrauchs pro Jahr in Österreich lag. Unterjährig herrscht aber eine starke saisonale Verschiebung vor, da insbesondere im Frühling und Sommer durch bessere Bedingungen für Wasserkraft Strom vermehrt im Inland produziert werden kann. Durch die Dürre in Europa im vergangenen Jahr und der damiteinhergehende Rückgang der Produktion aus Wasserkraft wurde Österreich 2022 erstmals auch im Sommer zum Nettostromimporteur.
Die Stromerzeugung aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraft ist wesentlich kostengünstiger als die Erzeugung aus Fossilen. Ein deutliches Ja zu Erneuerbaren erspart uns aber nicht nur Kosten, sondern senkt auch die Importabhängigkeit. Der konsequente Ausbau von heimischen Erneuerbaren fungiert zudem als Motor für erhöhte Konjunktur. Um die Ziele des EAG zu erreichen und möglichst rasch inländisch Strom zu produzieren, ist die Verfügbarkeit von Vorrangzonen für Erneuerbare und effiziente Genehmigungsverfahren von hoher Bedeutung. Das angekündigte Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz muss aus Sicht von Wien Energie alle erneuerbaren Erzeugungstechnologien umfassen, um tatsächlich Wirkung zu entfalten.