Keine andere Energiequelle ist so CO2-intensiv wie Kohlekraft. Um in der EU bis 2050 klimaneutral zu werden, ist ein "Raus aus Kohle" unumgänglich. Dabei gibt es aber noch große Unterschiede in den Ausstiegsplänen der einzelnen Mitgliedsstaaten.

Kohle ist die älteste industrielle fossile Energiequelle der Welt und nach wie vor eine der führenden. Dabei ist Kohlekraft aber auch die "schmutzigste" aller Energiequellen, bei deren Verbrennung nicht nur sehr viel CO2 ausgestoßen wird, sondern auch Probleme mit Luftqualität entstehen. Viele Staaten haben sich daher entschieden, zu Gunsten von erneuerbaren Energien aus Kohlekraft auszusteigen. Auch in der Abschlusserklärung der COP26 in Glasgow einigten sich die Staaten auf ein "phase down" (wenn auch kein "phase out") von Kohle. Neben Österreich, wo 2020 das letzte Kohlekraftwerk vom Netz ging, sind einige weitere EU-Staaten bereits kohlefrei. Während Länder wie Frankreich, Portugal oder Großbritannien bereits in den nächsten Jahren kohlefrei werden wollen, ist in Ländern wie Polen, das stark von Kohleenergie abhängig ist, der Ausstieg noch weiter entfernt. Nicht zuletzt aufgrund des steigenden EU ETS wird Kohle aber zu einer immer unrentableren Energiequelle.
Um in der EU bis 2050 klimaneutral zu werden, braucht es einen raschen und ambitionierten Ausbau von erneuerbaren Energien. Die Stromwende spielt dabei eine entscheidende Rolle. In Österreich soll bereits 2030 bilanziell der Strom zu 100% von Erneuerbaren gedeckt werden. Neben einer gesteigerten Erzeugung von Strom aus Wasser-, Wind- und Sonnenkraft kommt es vor allem auch auf genügend Speicherkapazität an.