Fernwärmeaufbringung in Wien bis 2040

Die Fernwärme wird in Zukunft für die umweltfreundliche Wärmeversorgung an Bedeutung gewinnen. Besonders Geothermie und Großwärmepumpen werden zur Dekarbonisierung der Fernwärme bis 2040 beitragen.

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Wiens Wärmeversorgung soll bis 2040 klimaneutral sein. Dafür braucht es einen umfangreichen Wechsel der Wärmetechnologien. Die Dekarbonisierung der Fernwärme wird hier eine entscheidende Rolle spielen. Wie genau dieser Wandel vonstatten gehen soll, haben wir uns im Rahmen unserer Dekarbonisierungsstudie angesehen: Künftig werden die Geothermie und Großwärmepumpen mehr als die Hälfte der Fernwärme produzieren. Der Anteil an Heizkraftwerken wird massiv zurückgehen. Während die Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen heute rund 52% der Fernwärme-Produktion ausmachen, wird ihr Anteil 2040 nur mehr bei 13% liegen. Ab den 2030er Jahren werden diese zunehmend mit Grünem Gas betrieben und erreichen so bis 2040 Null-Emissionen. Der übrige Teil der Fernwärmeversorgung wird im Wesentlichen durch die thermische Abfallverwertung und die Abwärmenutzung aus der Industrie abgedeckt werden.

Die Dekarbonisierung der Fernwärmeversorgung Wiens erfordert umfangreiche Investitionen und zielgerichtete politische und regulatorische Rahmenbedingungen, wie bspw. eine ausreichende und gesicherte Dotierung der Betrieblichen Umweltförderung im Inland (UFI) für den Fernwärmeausbau. Ebenso bedarf es umfangreicher Förderungen und Forschungsinitiativen für den Einsatz erneuerbarer Fernwärme aus Geothermie. Außerdem sind Verwaltungsvereinfachungen und deutliche Beschleunigungen des Verfahrens zur Aufsuchung und Gewinnung geothermischer Energie erforderlich. Investitionsförderungen für Großwärmepumpen, die in die Wärmenetze eingebunden sind, sind ebenfalls ein wichtiges Anreizsystem. Auch die Verfügbarkeit und der Einsatz grüner Gase in der Fernwärme- und Stromproduktion muss politisch sichergestellt werden.