Wie lässt sich russisches Erdgas ersetzen? Laut der österreichischen Energieagentur lässt sich die Abhängigkeit mit Einsparungen sowie erhöhter Inlandsaufbringung von erneuerbaren Gasen und Diversifikation bis 2027 beenden.

89 TWh Erdgas werden in Österreich jährlich verbraucht, davon werden rund 10 TWh durch inländische Produktion aufgebracht. Der restliche Importbedarf wird zu 80% aus Russland gedeckt. Die Energieagentur weist in ihrer Analyse folgende Handlungsoptionen auf: An aller erster Stelle steht die Reduktion des Gasverbrauchs, das größte Potenzial dabei zeigt ein schrittweise Ausstieg aus Gas in der Raumwärme, was mit dem Umstieg auf Fernwärme, Wärmepumpen oder Biomasse gelingen kann. Auch der erhöhte Ausbau von Photovoltaik und Windkraft trägt dazu bei, weniger Erdgas in der Stromerzeugung zu nutzen. Eine erhöhte Aufbringung von erneuerbaren Gasen im Inland (10 TWh Biomethan und 4 TWh grüner Wasserstoff) reduziert den Importbedarf zusätzlich. Zusätzlich müssen die Mengen der Importe aus anderen Ländern gesteigert werden und so diversifiziert werden.
Wien Energie investiert in den nächsten fünf Jahren eine Milliarde in den Gasausstieg. Massive Investitionen in Geothermie, Großwärmepumpen und den Ausbau von Photovoltaik und Windkraft sollen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern Schritt für Schritt beenden. Zur Realisierung all dieser Projekte sind die richtigen regulatorischen Rahmenbedingungen notwendig, beispielsweise in der Nutzbarmachung von Geothermie oder der Ausweisung von geeigneten Flächen für den Ausbau von Photovoltaik und Windkraft.