Um die Versorgungssicherheit auch in einem zunehmend erneuerbaren Energiesystem zu gewährleisten, muss Österreich seine Flexibilitätskapazitäten deutlich ausbauen. Der folgende Überblick zeigt, welche Technologien bis 2040 in welchem Umfang erforderlich sind.

Bis 2040 wird in Österreich ein Ausbau von insgesamt 17,2 GW an Flexibilitätstechnologien benötigt, um das Energiesystem zu stabilisieren. Den größten Beitrag leisten Stromspeicher mit 11 GW, aufgeteilt in 3,5 GW aus Pumpspeichern und Reservoirs, 5,0 GW aus Batteriespeichern im Kleinspeicherbereich sowie 2,6 GW aus Großspeichern. Im Bereich der Kraftwerke werden 1,2 GW an neuen wasserstoffbasierten Gaskraftwerken benötigt, während 1,8 GW an methanbasierten Gaskraftwerken zurückgebaut werden. Die Sektorkopplung trägt mit 5,0 GW zur Sicherstellung der erforderlichen Flexibilitätstechnologien bei, davon entfallen 3,5 GW auf Elektrolyse, 1,2 GW auf Power-to-Heat in der Fernwärme und je 1,2 GW auf Industrieprozesse sowie Haushaltswärmepumpen. Elektroautos liefern zukünftig zusätzlich 1,4 GW Flexibilität.
Ein Beispiel für die praktische Umsetzung dieser Zukunftstechnologien ist das „Grüne Kraftwerk Donaustadt“, in dem Wien Energie gemeinsam mit Partnern testet, wie bestehende Gaskraftwerke künftig mit grünem Wasserstoff betrieben werden können. Ziel ist es, fossiles Erdgas schrittweise zu ersetzen und so eine klimafreundliche Strom- und Wärmeerzeugung zu ermöglichen. Um den skizzierten Flexibilitätsausbau bis 2040 zu ermöglichen, sind jedoch weitere klare, investitionsfreundliche Rahmenbedingungen erforderlich. Das ElWG muss ein konsistentes, technologieneutrales Netzentgeltregime verankern: Batteriespeicher dürfen nicht länger doppelt belastet werden und alle systemdienlichen Speicher sollten von Netzentgelten befreit werden. Für die Wasserstoffwirtschaft sind Infrastruktur, Rechtssicherheit, qualifizierte Fachkräfte und eine passende Förderlandschaft notwendig, damit heimische Elektrolyse- und Speicherkapazitäten entstehen.