2023 belief sich der energetische Endverbrauch in Österreich auf 287 TWh. Die meiste Energie wird im Verkehr verbraucht, auf welche Sektoren verteilt sich der Rest?

In Österreich hält der Verkehrssektor mit einem Drittel den höchsten Anteil am Energieverbrauch aller Sektoren. Als im EU-Vergleich überdurchschnittliches industrialisiertes Land macht der Sektor Industrie mit rund 28% ebenfalls einen vergleichsweise hohen Anteil am Energieverbrauch aus. An dritter Stelle liegen in Österreich mit knapp 27% die Haushalte, gefolgt vom Dienstleistungssektor mit rund 10%. Der Sektor Landwirtschaft beläuft sich auf circa 2,2%. Diese Verteilung verdeutlicht, dass der Verkehrs- und der produzierende Bereich zusammen mehr als die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs ausmachen.
Klar ist: Um Klimaneutralität in Österreich und der EU zu erreichen, braucht es nicht nur einen schrittweisen Ausstieg aus fossilen Energieträgern, sondern auch eine Reduktion des Energiebedarfs. Der Großteil des konsumierten fossilen Energie wird aktuell zudem importiert - in der Mobilität betrifft das Treibstoffe, in der Industrie Kohle und Erdgas, die für Produktionsprozesse genutzt werden, und in den Haushalten vor allem Gas und Öl für die Raumwärme. Strom wird künftig zunehmend fossiles Öl und Gas sowie weniger effiziente Energieträger in den unterschiedlichsten Sektoren ersetzen. Durch die zunehmende Elektrifizierung wird es in den nächsten Jahrzehnten zwar zu einem steigenden Strombedarf kommen, aufgrund von Effizienzgewinnen wird der Endenergiebedarf in Summe aber sinken. Das Gebot der Stunde ist daher eine regulatorische Weichenstellung in Richtung heimische erneuerbare Stromzukunft, um Abhängigkeiten von Importen zu verringern und eine nachhaltige Stromversorgung zu ermöglichen. Ausreichende Flächen und rasche Genehmigungsverfahren für erneuerbare Stromerzeugungsanlagen, für E-Ladestationen, Wärmepumpen oder die Wasserstoff-Produktion für die Industrie sind jetzt gefragt!