Durch die Elektrifizierung des Mobilitäts- und Wärmesektors wird der Strombedarf künftig steigen. Dies bringt auch Effizienzgewinne, wodurch der Energiebedarf insgesamt sinken wird.

Wien und somit auch die Energieversorgung der Stadt sollen bis 2040 klimaneutral werden. Wie das gelingen kann, hat sich Wien Energie in einer umfassenden Dekarbonisierungsstudie angesehen. Zwei Trends lassen sich hinsichtlich des zukünftigen Endenergieverbrauchs ableiten: In der Mobilität werden Erdölprodukte durch Strom ersetzt. Für Raumwärme und Warmwasser werden Heizöl und Erdgas durch Fernwärme und Strom (Wärmepumpen) ersetzt. Dies führt zu einem steigenden Strombedarf, bringt jedoch auch Effizienzgewinne, wodurch der Energiebedarf bis 2040 insgesamt um 27% sinkt.
Der Mobilitätssektor ist durch den Hochlauf der Elektromobilität und der Produktion von Wasserstoff für den Schwerlastverkehr der stärkste Treiber für zusätzlichen Strombedarf. Dieser wird 2040 bei 3,15 TWh liegen und sich damit im Vergleich zum heutigen Strombedarf im Mobilitätssektor versiebenfachen. Der Wärmebedarf hingegen nimmt – trotz Bevölkerungswachstums – durch Effekte der Sanierung und des Klimawandels (weniger Heizgradtage) um 18% ab.
Der zusätzliche erforderliche Strombedarf kann nicht durch den PV-Ausbau allein kompensiert werden. Der Bedarf von Strom aus dem Umland Wiens wird steigen, der Import von fossilen Energieträgern aus dem Ausland (Öl und Gas) wird hingegen überflüssig. Wien Energie investiert bis 2026 1,2 Mrd. Euro in den Umbau des Energiesystems - eine Klimamilliarde für Wien. Rund 400 Mio. Euro sind dabei für den Ausbau erneuerbaren Stromproduktion reserviert. Für die Wärmewende nimmt Wien Energie ebenfalls 400 Mio. Euro in die Hand, 200 Mio. gehen in Digitalisierung, Innovation und E-Mobilität und rund 250 Mio. Euro in Versorgungssicherheit.