Die Elektromobilität nimmt Fahrt auf: In Österreich - wie auch im EU-Durchschnitt - war 2020 jedes zehnte verkaufte Fahrzeug elektrisch aufladbar. Verhältnismäßig gering ist jedoch deren Anteil am gesamten PKW-Bestand.

Im Jahr 2020 wurden knapp 16.000 rein elektrisch betriebene Fahrzeuge in Österreich zugelassen. In Summe haben Elektroautos und Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeuge ihren Marktanteil erheblich erhöht: Bereits 10,5% der Neuzulassungen fielen im Vorjahr auf dieses Segment. Auch im EU-Durchschnitt war 2020 jedes zehnte verkaufte Fahrzeug elektrisch aufladbar. Bei genauerem Hinsehen erkennt man jedoch einen verhältnismäßig geringen Anteil an E-Autos am gesamten PKW-Bestand in Europa. In Österreich war im Jahr 2020 nur 1% des PKW-Bestandes elektrisch. Spitzenreiter in Sachen E-Mobilität sind Schweden und die Niederlande mit einem E-Auto Anteil um die 3%.
Die zentrale Voraussetzung für mehr E-Autos auf Europas Straßen ist eine flächendeckende Ladeinfrastruktur. Diese ist in der EU nicht überall gleich zugänglich. Immerhin stieg die Zahl der Ladepunkte in der EU von 34.000 im Jahr 2014 auf bislang 250.000. Dies ist jedoch deutlich weniger als jene 440.000, von denen ursprünglich die Rede war. Um das 2025-Ziel des EU Green Deals von einer Million Ladestellen in Europa doch noch zu erreichen, müssten ab sofort jährlich 150.000 Ladestationen dazukommen. Das sind 3.000 pro Woche.
Mit der Errichtung von 1.000 neuen E-Ladestellen leistete Wien Energie einen wesentlichen Beitrag zur Zielerreichung in Österreich. Im internationalen Vergleich zählen Österreich bzw. insbesondere Wien zu absoluten Spitzenreitern beim Ausbau der Ladestationen. Um das Laden noch kundenfreundlicher zu gestalten, muss die Abrechnung an der Ladesäule in Richtung energiebasierter Abrechnung gehen. Die aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen verhindern dies jedoch noch. Auf EU-Ebene bedarf es zwingend einer einheitlichen Regelung für die Erfassung, Signierung und Weiterleitung von Ladevorgangsdaten. Mit einer Novelle der AFI-Richtlinie will die Europäische Union dies nun angehen.