Carbon Capture bezeichnet das Abscheiden oder Einfangen von CO2 aus industriellen Abgasen sowie aus der Atmosphäre. Das abgeschiedene CO2 kann langfristig gespeichert oder als Rohstoff weiterverarbeitet werden. Es soll helfen, weltweit Klimaziele zu erreichen und kann ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Klimawandel sein.

Während die Emissionen aus Brennstoffverbrennung klar in den nächsten Jahren massiv reduziert werden müssen, gibt es auch Sektoren, bei denen sich die Emissionen nicht vermeiden lassen. Die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2 kann einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung dieser Sektoren leisten. Darüber hinaus kann Carbon Capture dazu beitragen, Kohlenstoff aus der Atmosphäre durch Kohlenstoffentfernungen wie Bioenergie-Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (BECCS) und direkte Luftkohlenstoffabscheidung und -speicherung (DACCS) zu entfernen.
Nachdem das CO2 abgeschieden wurde, kann es entweder in geologisch geeigneten Formationen langfristig gespeichert werden (CCS), oder kreislauffähig wieder als Rohstoff genutzt werden (CCU). CCS ist in Österreich aktuell verboten, vor allem in Norwegen gibt es jedoch einige größere Projekte zur dauerhaften Speicherung in der Nordsee. Abgeschiedenes CO2 kann beispielsweise als Rohstoff für nachhaltige Flugkraftstoffe oder Kunststoffe eingesetzt werden. Eine große Hürde für CCU stellen die hohen Mengen an Energie dar, die für die Abscheidung und Weiterverarbeitung benötigt werden. Hier sollten ausschließlich erneuerbare Energien eingesetzt werden, damit die zuvor eingesparten CO2-Emissionen nicht durch den Einsatz fossiler Energie bei der Umwandlung zunichte gemacht werden. Damit CCUS sein volles Potenzial entfalten kann, braucht es eine europäische Strategie zum Transport von CO2 und die richtigen Rahmenbedingungen für eine langfristige Speicherung sowie ausreichend dotierte Förderprogramme.