Der Mobilitätswandel junger Wiener*innen zeigt, wie deutlich sich die Bedeutung des eigenen Autos zugunsten flexibler, geteilter Angebote verschiebt.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Mobilität junger Erwachsener in Wien deutlich verändert. Der Anteil der mit dem Pkw zurückgelegten Wege ist bei den 21 bis 30 Jährigen spürbar zurückgegangen – von 22 % auf 13 %. Besonders stark ausgeprägt ist dieser Trend bei jungen Männern, deren Selbstfahrer Quote sich seit 2010/2014 um rund zwei Drittel reduziert hat.
Parallel dazu nimmt der Anteil jener zu, die ganz ohne eigenes Auto auskommen. Während zwischen 2010 und 2014 rund 46 % dieser Altersgruppe kein eigenes Fahrzeug besaßen, sind es heute bereits 60 %. Viele greifen dabei situativ auf Alternativen wie Carsharing zurück.
Die Auswertung macht deutlich, dass sich das veränderte Mobilitätsverhalten junger Erwachsener mit hoher Wahrscheinlichkeit dauerhaft fortsetzen wird: Untersuchungen zeigen, dass sich einmal etablierte Mobilitätsmuster ab etwa 30 Jahren kaum mehr ändern und häufig an die nächste Generation weitergegeben werden. Vor diesem Hintergrund gewinnen öffentliche Verkehrsmittel sowie aktive Mobilitätsformen wie Zufußgehen und Radfahren weiter an Bedeutung – sowohl im Alltag junger Menschen als auch für die zukünftige städtische Mobilität.
Gleichzeitig zeigt ein Blick auf die gesamte Stadtbevölkerung, dass autofreie Mobilität in Wien längst weit verbreitet ist. 42 % der Haushalte leben ohne eigenes Auto, nutzen dafür intensiv die Öffis und erledigen viele Alltagswege zu Fuß. Auch das Fahrrad hat sich als fester Bestandteil einer vielfältigen, alltagsnahen Mobilitätskultur etabliert.