Die Geothermie wird oft als Schlüssel der Wärmewende gesehen - und zurecht. Denn unter der Erde schlummert großes Potenzial, um unsere Wärmeversorgung nachhaltig zu transformieren. Doch wie funktioniert diese eigentlich und welche verschiedenen Geothermie-Systeme gibt es?

Geothermie gilt als eine der Schlüsseltechnologien für eine Transformation des Energiesystems, vor allem für die Wärme. So wird bei der Tiefen-Geothermie natürlich vorkommendes Potenzial an Energie 300m aus der Tiefe genutzt, um mit dieser die Energieversorgung zu sichern. Dabei gibt es jedoch unterschiedliche Arten, wie die in der Tiefe gespeicherte Wärme gewonnen werden kann. Bei der hydrothermalen Geothermie werden natürlich vorkommende Heißwasserkommen entnommen. Dieses heiße Wasser wird and die Oberfläche gebracht und genutzt, und das abgekühlte Wasser wiederum zurück in die Erde geführt. Im Gegensatz dazu steht die petrothermale Geothermie, bei der die vom Gestein gespeicherte Hitze verwendet wird. Das Gestein wird mittels Druck zerbrochen und so ein Wärmetauscher geschaffen. Eine dritte Variante ist das geschlossene System oder auch Closed Loop System (CLS), wo durch laterale Bohrungen ein Kreislauf geschaffen wird. Neben den Tiefen-Geothermie-Systemen gibt es auch die oberflächennahe Geothermie, die Erdwärmesonden entsprechen und beispielsweise im Grundwasser oder in Oberflächengewässern eingebracht werden können.
Derzeit ist in Österreich 95% des österreichischen Geothermie-Potenzials ungenutzt. Dieses Potenzial gilt es künftig auszuschöpfen, da dadurch bis 2030 rund 600.000 Tonnen CO2 eingespart werden könnten. Was es dafür braucht? Eine Verbesserung der derzeit bestehenden, rechtlichen Rahmenbedingungen und die Schaffung eines strategischen Rahmens integriert in den energiepolitischen Strategien sowie Fördersystemen. Geothermie ist außerdem mit einem gewissen Fündigkeitsrisikos behaftet. Dieses gilt es durch geeignete Instrumente abzufedern. Rechtliche Anpassungen sind primär im Mineralrohstoffgesetz (MinroG) und im Wasserrecht (WRG) notwendig, da hier rechtliche Grauzonen bestehen und die Basis für langfristige Genehmigungsverfahren geschaffen wird. Im aktuellen Regierungsprogramm wird vieles davon angekündigt, nun gilt es dies so rasch wie möglich umzusetzen, um die Geothermie für Österreich als Heldin der Wärmewende nutzen zu können!