Aufteilung der Ladeinfrastruktur in Österreich

Wie gut ist Österreichs Ladeinfrastruktur auf den wachsenden Bedarf vorbereitet? Ein Blick auf die Verteilung nach Ladeleistung und -typ zeigt, wo der Ausbau bereits Wirkung zeigt und wo politische Maßnahmen nach wie vor dringend notwendig sind, um den Ausbau der Elektromobilität weiterhin konsequent und effektiv voranzutreiben.

Wie gut ist Österreichs Ladeinfrastruktur auf den wachsenden Bedarf vorbereitet? Ein Blick auf die Verteilung nach Ladeleistung und -typ zeigt, wo der Ausbau bereits Wirkung zeigt und wo politische Maßnahmen nach wie vor dringend notwendig sind, um den Ausbau der Elektromobilität weiterhin konsequent und effektiv voranzutreiben.

Im dritten Quartal 2025 waren in Österreich insgesamt 33.736 öffentlich zugängliche Ladepunkte installiert. Davon entfallen 75 % auf Normalladepunkte (<23 kW) mit 25.178 Ladepunkten, gefolgt von 5.254 Schnellladepunkten (23–150 kW) und 3.304 Ultra-Schnellladepunkten (>150 kW). Trotz ihres vergleichsweisen geringen Anteils an der Anzahl tragen Ultra-Schnellladepunkte mit 954 MW über die Hälfte (52 %) zur gesamten Ladeleistung von 1.851 MW bei. Schnellladepunkte liefern 498 MW (27 %), Normalladepunkte kommen auf 399 MW (22 %). Damit zeigt sich eine deutliche Verschiebung der verfügbaren Ladeleistung hin zu leistungsstärkeren Ladepunkten, obwohl diese zahlenmäßig noch in der Minderheit sind. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung schneller Ladeoptionen für eine flächendeckende und zukunftsfähige E-Mobilitätsinfrastruktur.

Mit aktuell über 2.200 öffentlich zugänglichen Ladepunkten, darunter mehr als 100 Schnellladepunkten, betreibt Wien Energie bereits eines der dichtesten städtischen Ladenetze Europas. Zur weiteren effektiven Förderung der Elektromobilität sind jedoch gezielte Maßnahmen auf europäischer sowie nationaler Ebene notwendig. Besonders dringlich ist eine Anpassung der EU-Umsatzsteuerrichtlinie, um grenzüberschreitendes Laden durch die Ausweitung der OSS-Regelung auf Roaming-Umsätze zu erleichtern. Derzeitige steuerliche Regelungen erschweren E-Roaming und behindern damit den europaweiten Ausbau kundenfreundlicher Ladeangebote. Auf nationaler Ebene ist die Fortführung der E-Mobilitätsförderung der Bundesregierung für öffentliche Ladeinfrastruktur aus dem Jahr 2024 ein zentraler Faktor, welcher langfristig gesichert werden muss. Zusätzlich braucht es ein praxistaugliches Fördermodell für vorgelagerte Infrastruktur, wie es etwa in Vorarlberg bereits umgesetzt wurde. Ein solches Modell ist auch für Wien essenziell, um den Ausbau privater Ladeinfrastruktur insbesondere im urbanen Raum zu forcieren.