Anteil erneuerbarer Energien in der EU

Der Weg ist noch ein weiter: Innerhalb der EU und in den einzelnen Sektoren herrschen noch große Unterschiede bei den Erneuerbaren-Anteilen. Aktuell werden rund 22% des Bruttoendenergieverbrauchs in der EU mit Erneuerbaren gedeckt, bis 2030 sollen es 42,5% sein.

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Um bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen, müssen alle Sektoren dekarbonisiert werden und somit auf erneuerbare Energieträger umgestellt werden. Mit der kürzlich veröffentlichten Erneuerbaren-Energien-Richtlinie der EU (RED III) wurde als Zwischenziel ein Anteil von 42,5% bis 2030 festgelegt. Innerhalb der EU und auch in den einzelnen Sektoren zeigen sich bei diesem Vorhaben aber große Differenzen: Vergleichsweise weit sind die Anstrengungen bereits, was die Elektrizität betrifft: Hier wird über ein Drittel des Bedarfs in der EU aus Erneuerbaren gedeckt. Österreich ist hier mit rund 76% sogar Spitzenreiter in Europa. Bis 2030 sollen daraus 100% werden, wofür vor allem die Windkraft und Photovoltaik ausgebaut werden müssen.

Ein ganz anderes Bild zeigt sich, wenn man den Verkehrssektor betrachtet: Hier wird der Energiebedarf nur zu knapp 9% aus Erneuerbaren gedeckt, da der Großteil der Fahrzeuge noch mit fossilen Treibstoffen betrieben wird. In Österreich sind wir knapp über dem EU-Schnitt aber dennoch auf dem vierten Platz, jedoch weit abgeschlagen hinter den Spitzenländern wie Schweden oder Finnland. Mit der RED III bis 2030 bei Treibstoffen einen Erneuerbaren-Anteil von mind. 29% oder bis 2030 eine durchschnittliche Reduktion der Treibhausgasintensität im Verkehr um mind. 14,5% erreichen. Besonders im motorisierten Individualverkehr stellt Elektromobilität einen zentralen Hebel für die Dekarbonisierung dar, im Schwer- und Busverkehr ist hingegen künftig der Einsatz von erneuerbarem Wasserstoff sinnvoll.

Mit 35,5% Erneuerbaren-Anteil in der Raumheizung bzw. Klimatisierung liegen wir in Österreich auf Platz 10 zwar über dem EU-Schnitt, allerdings besteht noch deutlicher Aufholbedarf. Spitzenreiter ist Schweden, gefolgt von Estland, Lettland und Finnland, die jeweils mehr als die Hälfte der Wärme erneuerbar erzeugen. Dieser Anteil soll künftig jährlich um 1,1 Prozentpunkte steigen. Fernwärme spielt dabei eine wesentliche Rolle. Der Fernwärmeausbau muss mit Investitionen in Geothermie und Großwärmepumpen Hand in Hand gehen.