Anteil der Energie aus erneuerbaren Quellen am Bruttostromverbrauch

Europa baut seine erneuerbare Stromerzeugung kontinuierlich weiter aus. Während Österreich bereits heute europäische Spitzenwerte erreicht, zeigt der Blick auf andere Staaten große Unterschiede. Klar ist: Um die EU-Ziele bis 2030 zu erreichen, braucht es deutlich mehr Tempo bei Stromwende, Wärmewende und Infrastruktur.

Europa baut seine erneuerbare Stromerzeugung kontinuierlich weiter aus. Während Österreich bereits heute europäische Spitzenwerte erreicht, zeigt der Blick auf andere Staaten große Unterschiede. Klar ist: Um die EU-Ziele bis 2030 zu erreichen, braucht es deutlich mehr Tempo bei Stromwende, Wärmewende und Infrastruktur.

Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch in Europa lag 2024 im EU-Durchschnitt bei 47,5 %. Österreich ist mit 90,1 %, hauptsächlich durch Wasserkraft, unter den europäischen Spitzenreitern. Norwegen und Island übertreffen mit rund 115 % bzw. rund 105 % die 100-Prozent-Marke, da sie mehr erneuerbaren Strom erzeugt haben, als sie selbst verbraucht haben. Portugal, Spanien, Kroatien, Lettland, Finnland, Deutschland, Griechenland und die Niederlande überschritten ebenfalls die Marke von 50 %. Am unteren Ende der Skala, mit einem Erneuerbaren-Anteil unter 20 %, finden sich Tschechien mit etwa 17,9 % sowie Malta mit 10,7 %. Die Spannweite innerhalb Europas bleibt damit erheblich.

Die Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (RED III) regelt auf EU-Ebene den Ausbau der Erneuerbaren. Mit der 2023 in Kraft getreten Richtlinie hat die EU ihr verbindliches Ziel für den Ausbau Erneuerbarer Energien von 32 % auf 42,5 % bis 2030 nach oben korrigiert. Die Umsetzung vieler Vorgaben aus der RED III ist in Österreich im Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungs-Gesetz (EABG) vorgesehen, das eine deutliche Verfahrensbeschleunigung für Projekte unter der UVP-Schwelle sowie die Verankerung des überragenden öffentlichen Interesses bringen soll. Um das Ausbauziel für 2030 zu erreichen, müssen sowohl Stromwende als auch Wärmewende rasch vollzogen werden. Die Dekarbonisierung von Fernwärme, z.B. durch die Nutzung von Geothermie, sowie die Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Wasserstoff sind beispielsweise zwei von mehreren entscheidenden Faktoren, die die Erreichung des Ausbauziels maßgeblich beeinflussen.