Der Vertrag über die Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom-Vertrag) wurde 1957 unterzeichnet und gehört zu den vertraglichen Grundpfeilern der Europäischen Union.
Österreich wurde - wie jeder andere Mitgliedsstaat - mit dem EU-Beitritt auch Mitglied der Europäischen Atomgemeinschaft ("Euratom"). Auf Grundlage des Euratom-Vertrags genehmigte die EU-Kommission im Oktober 2014 Beihilfen für den Bau des Kernkraftwerks Hinkley Point in Großbritannien. Österreichs Klage auf Nichtigerklärung wurde mit einem Urteil vom Juli 2018 abgewiesen. Diese kontroverse Entscheidung entfachte die Diskussion rund um veraltete Sicherheitsstandards von Kernenergie und Forderungen nach einem Stopp staatlicher Subventionen für den Bau neuer Kernkraftwerke. Gestützt auf ein von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler in Auftrag gegebenes Gutachten will die österreichische Bundesregierung eine Reform des Euratom-Vertrages auf EU-Ebene einleiten. Unter anderem auch deswegen, weil 14 der aktuell 27 EU-Staaten derzeit auch gar keine AKWs betreiben. Damit soll der Atomlobby der Stecker gezogen und die Bahn frei für den sicheren und ökologisch sinnvollen Erneuerbaren Ausbau gemacht werden.