Mit der Logistikstandortstrategie liegt erstmals ein bundesweiter Orientierungsrahmen für die Weiterentwicklung der Logistik in Österreich vor. Erarbeitet wurde die Strategie im Auftrag des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI), das den Prozess unter Bundesminister Peter Hanke initiiert und koordiniert hat. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit des Logistikstandorts langfristig zu sichern und ihn auf neue Anforderungen - von Versorgungssicherheit über Digitalisierung bis hin zu Klimaschutz - auszurichten.
© Adrian Sulyok/UnsplashLogistik ist ein tragender Pfeiler des Wirtschaftsstandorts Österreich. Sie verbindet Industrie, Handel und Konsument*innen und stellt sicher, dass Waren zuverlässig dort ankommen, wo sie gebraucht werden.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt die Dimension:
Diese Zahlen sprechen für sich: Logistik ist keine bloße Infrastruktur im Hintergrund, sie ist selbst ein zentraler Wirtschaftsfaktor.
Gleichzeitig verändert sich der Sektor tiefgreifend: Die Transportmengen wachsen, Fachkräfte fehlen, die Digitalisierung schreitet voran, der Klimaschutz stellt neue Anforderungen, und Lieferketten werden störungsanfälliger. All das setzt den Sektor zunehmend unter Druck.
Als Binnenland im Zentrum Europas ist Österreich besonders stark in internationale Lieferketten eingebunden. Störungen wirken sich entsprechend schnell auf Wirtschaft und Versorgung aus. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an eine effiziente, resiliente und klimafreundliche Logistik - insbesondere in urbanen Räumen.
Die Logistikstandortstrategie soll diese Entwicklungen bündeln und erstmals in einen gemeinsamen Rahmen bringen.
Kern der Strategie sind rund 100 Maßnahmen, die bis 2030 umgesetzt werden sollen. Diese sind in zehn Themenfelder gegliedert, die gemeinsam die zentralen Handlungsbereiche der Logistik abbilden:
Logistik wird damit bewusst als Querschnittsthema verstanden, das Mobilität, Energie, Raumplanung und Wirtschaft miteinander verbindet.
Die Maßnahmen reichen von übergeordneten strukturellen Weichenstellungen bis hin zu konkreten Umsetzungsbeispielen. Neben Themen wie Infrastruktur, Genehmigungen und Digitalisierung greift die Strategie auch praktische Herausforderungen der urbanen Logistik auf.
Beispiele aus den Maßnahmenblättern:
Diese Beispiele zeigen, dass die Strategie neben großen Infrastrukturthemen auch konkrete Lösungen für die Praxis der Stadtlogistik und die Umsetzung von Klimazielen enthält.
Die Logistikstandortstrategie wurde in einem mehrmonatigen, breit angelegten Arbeitsprozess entwickelt. Beiträge aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Interessenvertretungen wurden gesammelt, gebündelt und strukturiert.
Auch die Wiener Stadtwerke waren in zwei Arbeitsgruppen eingebunden und haben ihre Expertise insbesondere in den Bereichen Infrastruktur, Energie und urbane Logistik eingebracht.
Mit der Präsentation hat die Umsetzungsphase begonnen, in der die Maßnahmen schrittweise realisiert und weiterentwickelt werden sollen.
Die Logistikstandortstrategie schafft erstmals einen gemeinsamen Rahmen für ein bislang stark fragmentiertes Themenfeld. Sie macht sichtbar, wie eng Logistik mit Energie-, Verkehrs- und Raumplanung verknüpft ist.
Entscheidend wird sein, wie konsequent die Umsetzung erfolgt - insbesondere bei Infrastruktur, Flächenverfügbarkeit und regulatorischen Anpassungen. Gerade in urbanen Räumen ist eine funktionierende, klimaverträgliche Logistik eine zentrale Voraussetzung für Versorgungssicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität.

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