Ada Taroncher

Tap+Ride: Wiener Linien testen neuen Zugang zum Ticketkauf

26.05.2026

Mit „Tap+Ride“ starten die Wiener Linien gemeinsam mit Visa Österreich ein neues Pilotprojekt, das den Ticketkauf im öffentlichen Verkehr vereinfachen soll. Statt Tickets vorab am Automaten oder in einer App zu kaufen, werden Bezahlen und Ticketlösen künftig zu einem einzigen Vorgang.

Benutzung vom Tab & Ride Terminal© Wiener Linien

Für Fahrgäste bedeutet das: Ein kurzer Tap am Ticketterminal mit Debit- oder Kreditkarte, Smartphone oder Smartwatch genügt. Das verwendete Zahlungsmittel wird automatisch zum Fahrschein, gültig für die gewählte Fahrt in der Wiener Kernzone.

Wiener Linien reagieren auf veränderte Nutzer*innen-Erwartungen

Mobilitätsangebote sollen nicht nur verlässlich und klimafreundlich sein, sondern auch möglichst intuitivnutzbar. Gerade für spontane Fahrten oder Menschen, die selten mit den Öffis unterwegs sind, kann ein möglichst einfacher Zugang entscheidend sein.

Zum Start wird Tap+Ride an neun stark frequentierten Stationen getestet, darunter Hauptbahnhof, Westbahnhof, Stephansplatz und Schwedenplatz. Insgesamt kommen 15 Geräte zum Einsatz, die in unmittelbarer Nähe zu Ticketautomaten platziert sind.

Fokus auf internationale Kund*innen

Für Tourist*innen oder Gelegenheitsnutzer*innen kann der Ticketkauf oft eine Hürde darstellen, etwa aufgrund von unterschiedlichen Tarifsystemen oder fehlenden Ortskenntnissen. Ein System nach dem Prinzip „antippen und losfahren“ soll den Zugang vereinfachen und die Nutzung des öffentlichen Verkehrs niederschwelliger machen.

International ist das Konzept nicht neu: Kontaktloses Bezahlen in den Öffis wird bereits in zahlreichen Städten eingesetzt. Visa verweist auf mehr als 750 Projekte weltweit. Wien ist nun die erste deutschsprachige Hauptstadt, die ein entsprechendes Pilotprojekt in dieser Form startet.

Auch die Ticketkontrolle folgt dem Prinzip der Einfachheit

Statt zusätzlicher Tickets oder QR-Codes genügt das bereits verwendete Zahlungsmittel, das kontaktlos überprüft werden kann. Ergänzend gibt es ein digitales Kund*innenportal, über das Fahrten nachvollzogen und Belege heruntergeladen werden können.

Die Einführung zeigt, wie sich Mobilität zunehmend an digitalen Alltagserwartungen orientiert: Der öffentliche Verkehr wird nicht nur über Infrastruktur und Angebot weiterentwickelt, sondern auch über Nutzer*innenfreundlichkeit.