Ada Taroncher

E-Control-Störungsstatistik 2025: Hohe Versorgungssicherheit in Wien

18.08.2026

Die Stromversorgung in Österreich bleibt auf einem sehr hohen Niveau. Das zeigt die aktuell veröffentlichte Ausfall- und Störungsstatistik der E-Control für das Jahr 2025. Besonders zuverlässig ist die Versorgung in Wien: Mit einer durchschnittlichen ungeplanten Unterbrechungsdauer von 14,46 Minuten verzeichneten die Wiener Netze ihren bisher besten Wert. Damit liegt Wien auch unter dem österreichweiten Durchschnitt von 16,62 Minuten.

Höchstpannungsleitungen Strommasten Wien SüdOst© Hans Prammer

Die jährlich veröffentlichte Störungsstatistik der E-Control zeigt, wie häufig und wie lange Stromkund*innen von ungeplanten Versorgungsunterbrechungen betroffen sind. Österreich weist dabei traditionell eine hohe Versorgungssicherheit auf.

Wiener Stromnetz erreicht neuen Bestwert

Ein zentraler Indikator für die Zuverlässigkeit der Stromversorgung ist der SAIDI (System Average Interruption Duration Index). Er gibt an, wie lange Kund*innen im Durchschnitt aufgrund ungeplanter Versorgungsunterbrechungen nicht mit Strom versorgt werden.

Für das Jahr 2025 liegt der SAIDI im Versorgungsgebiet der Wiener Netze bei 14,46 Minuten. Das bedeutet: Im Durchschnitt waren Wiener Stromkund*innen im gesamten Jahr weniger als eine Viertelstunde von ungeplanten Unterbrechungen betroffen.

Damit erreichten die Wiener Netze 2025 ihren bisher besten Wert. Auch im österreichweiten Vergleich liegt Wien damit besonders gut: Der durchschnittliche SAIDI für Österreich betrug 16,62 Minuten. Zusätzlich zeigen die Zahlen, dass Kund*innen im Versorgungsgebiet der Wiener Netze statistisch gesehen nur etwa alle vier Jahre überhaupt von einem Stromausfall betroffen sind.

Hohe Zuverlässigkeit braucht kontinuierliche Investitionen

Dass Stromausfälle in Wien selten und vergleichsweise kurz sind, ist auch das Ergebnis laufender Investitionen in die Netzinfrastruktur. Rund 490 Millionen Euro investieren die Wiener Netze jährlich in ihre Infrastruktur, etwa drei Viertel davon in das Stromnetz.

Dabei geht es sowohl um die Erneuerung bestehender Anlagen als auch um den Ausbau und die Digitalisierung des Netzes. Digitale Transformatoren und fernsteuerbare Netzkomponenten ermöglichen es beispielsweise, den Netzzustand besser zu überwachen und bei Störungen schneller zu reagieren.

Bis 2040 sollen zudem rund 13 neue Umspannwerke entstehen. Als zentrale Knotenpunkte im Stromnetz schaffen sie zusätzliche Kapazitäten und helfen dabei, mehr Strom aus erneuerbaren Quellen in das Energiesystem zu integrieren.

Netzausbau wird zum Schlüsselfaktor

Mit dem Umbau des Energiesystems wächst die Bedeutung leistungsfähiger Verteilnetze weiter. Photovoltaik und Windkraft führen zu einer zunehmend dezentralen und wetterabhängigen Stromerzeugung. Gleichzeitig steigt durch Elektromobilität, Wärmepumpen und die Elektrifizierung weiterer Anwendungen der Strombedarf.

Das Stromnetz muss deshalb künftig nicht nur mehr Energie transportieren, sondern auch flexibler auf schwankende Einspeisung und veränderte Verbrauchsmuster reagieren können. Netzausbau, Modernisierung und Digitalisierung werden damit zu zentralen Voraussetzungen für eine sichere und zugleich zunehmend erneuerbare Energieversorgung.