Das große Ziel ist die Klimaneutralität 2050. Um diese zu erreichen, braucht es Zwischenziele wie die Emissionsreduktion um mindestens 55 Prozent bis zum Jahr 2030. Jetzt sollen auch Vorgaben für das Jahr 2040 festgelegt werden.

Die EU hat sich im Rahmen des European Climate Law rechtlich dazu verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto-Null zu reduzieren und danach negative Emissionen zu erreichen, um die Zielwerte aus dem Pariser Abkommen einzuhalten. Dafür wurde bereits das Zwischenziel 2030 mit einer Emissionsreduktion um mindestens 55% im Vergleich zu jenen aus 1990 festgelegt, das mit Hilfe des Fit-for-55-Pakets erreicht werden soll. Nun ist der wissenschaftliche Beirat zum Klimawandel der EU zusammengekommen, um Etappenziele für das Jahr 2040 basierend auf wissenschaftlicher Expertise vorzuschlagen. Veröffentlicht wurde der Report dazu am 15. Juni 2023, eine Woche vor dem Ende der öffentlichen Konsultation für die Klimaziele 2040.
In dem Bericht analysieren die Forscher*innen mehr als tausend Möglichkeiten der EU, ihre Emissionen bis 2040 zu reduzieren. Empfohlen wird die Verringerung der EU-Emissionen um 90-95 Prozent bis 2040 im Verglich zu 1990, wobei die kumulativen Treibhausgasemissionen in der EU zwischen 2030 und 2050 unter 11-14 Gt CO2-Äquivalenten zu halten sind. Dieser Schritt sei entscheidend, um Klimarisiken rechtzeitig abzumildern und eine nachhaltige Zukunft zu sichern. Dafür ist es wichtig, mehr auf Wind- und Solarenergie zu setzen und die Alternativen zu fossilen Brennstoffen, wie beispielsweise Wasserstoff auszubauen.
Vorgeschlagen wurde ein systematischer und transparenter Ansatz, der sich an den EU-Werten orientiert und fünf Schlüsselbereiche festlegt:
Bei der Analyse der möglichen Szenarien in den kommenden Jahren wurden 36 identifiziert, die konsistent mit der Beschränkung der Erderwärmung auf 1,5°C, den Emissionsreduktionszielen von 2030 und 2040 sind und die keine Anzeichen haben, einen oder mehrere kritische Schwellenwerte zu überschreiten. Der Unterschied zwischen den einzelnen Szenarien liegt darin, ob sie vorrangig auf die rasche Verbreitung nicht-fossiler erneuerbarer Energietechnologien oder hauptsächlich auf landbasierte und/oder CCUS-Technologien zur Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre setzen.
Um konkrete Vorschläge für die EU vorzubringen, fassen die die zentralen Punkte dieser Szenarien in drei möglichen Pfaden zusammen, die die EU in den nächsten Jahren einschlagen kann:
In allen drei Pfaden basiert der Strommix vorrangig auf Erneuerbaren, insbesondere Wind, PV und Wasserkraft mit 70-90% des Strommixes in 2040. Durch eine höhere Elektrifizierung soll sich der Endenergiebedarf bis 2040 um 20-40% sinken. Die größten Reduktionen fallen dabei im Transportsektor an (30-60%) gefolgt von der Industrie (20-45%). Die inner-europäische Treibhausgasreduktion soll außerdem durch ergänzende Maßnahmen außerhalb der EU begleitet werden. Dafür muss sich die EU um höchste Ambitionen bei innerstaatlichen CO2Emissionen bemühen, zur direkten Emissionsreduktion außerhalb der EU beitragen und nachhaltige Negativ-Emissionen nach 2050 anstreben.
