Wien steht an einem Punkt, an dem die Weichen für die Mobilität der kommenden Jahrzehnte gestellt werden. Das Wiener Öffi-Netz gehört seit Jahren zu den leistungsfähigsten seiner Art: dicht getaktet, verlässlich, international anerkannt. Bereits heute werden 34 Prozent aller Wege in Wien mit den Öffis zurückgelegt – ein Spitzenwert, der zeigt, wie sehr die Menschen auf klimafreundliche, verlässliche Mobilität setzen.

Doch ein gut funktionierendes System ist kein Selbstläufer. Auch in einer Stadt wie Wien entscheidet sich die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs im Alltag – an der Ampel, an der Haltestelle und im Zusammenspiel mit dem motorisierten Verkehr.
Und genau dort zeigen sich noch Engstellen, die Bus und Straßenbahn ausbremsen: falsch abgestellte Fahrzeuge, abbiegender Individualverkehr und Rückstau, der das Einfahren in Haltestellen erschwert und Gleise blockiert.
Deshalb starten Stadt und Wiener Linien jetzt die Beschleunigungsoffensive „Mehr Tempo für Bus und Bim“. Sie ist mehr als ein technisches Maßnahmenpaket – sie ist ein Bekenntnis dazu, dass klimafreundliche Mobilität Vorrang haben muss, wenn Wien weiterhin Vorbild für moderne, lebenswerte Städte sein will.
Wer in einer Metropole unterwegs ist, erwartet vor allem eines: Verlässlichkeit. Schnelle und pünktliche Öffis erleichtern nicht nur den Alltag der Fahrgäste; sie verbessern auch die gesamte Verkehrsdynamik. Wenn Bus und Bim frei fahren können, profitieren alle: der Verkehr wird stabiler, Ampelschaltungen effizienter und die Planung verlässlicher.
Der Mischverkehr ist dabei einer der zentralen Bremsfaktoren. Wo sich Öffentlicher Verkehr und Individualverkehr zu nahekommen, entstehen meistens Verzögerungen – oft jeden Tag, an den gleichen Stellen.
Die Entflechtung dieser Konfliktpunkte, etwa durch eigene Gleiskörper, Busspuren oder angepasste Abbiegevorgänge, ist daher einer der stärksten Hebel, um den öffentlichen Verkehr in Wien wirklich schneller zu machen.
Effizienz entsteht oft im Kleinen. Schon eine leicht erhöhte Durchschnittsgeschwindigkeit kann im Linienbetrieb den Einsatz eines zusätzlichen Fahrzeugs obsolet machen. Das bedeutet weniger Aufwand, weniger Störungen und ein stabilerer Alltag für Hunderttausende Fahrgäste.
Dass Wien hier auf dem richtigen Weg ist, zeigen die Fortschritte der vergangenen Jahre:
Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Beseitigung von Hindernissen.
2010 kam es noch zu 3.600 Falschpark-Fällen, die Öffis blockierten. Heute sind es nur mehr etwa 1.500 – ein Rückgang von 60%. Das zeigt: Konsequente Maßnahmen wirken.
Die neue Offensive geht einen Schritt weiter.
Alle 29 Straßenbahn- und 135 Buslinien werden systematisch untersucht:
Auf dieser Grundlage werden Maßnahmen direkt dort umgesetzt, wo sie am meisten bringen – von zusätzlicher Ampelpriorisierung über bauliche Optimierungen bis hin zu klar getrennten Verkehrsflächen.
Dass die Offensive nicht nur infrastrukturell, sondern auch politisch getragen ist, zeigt der aktuelle Resolutionsantrag im Gemeinderat. Er legt fest, dass Wien der Beschleunigung des öffentlichen Verkehrs langfristig höchste Priorität einräumt.
Dazu gehören:
Mit diesem Beschluss knüpft Wien an bestehende Leitlinien an: die „Priorität für Bim und Bus“ aus der Smart Klima City Strategie und den Grundsatz „Halt nur bei Haltestellen“ aus dem Wien Plan 2035.
Wer heute Verantwortung für die Mobilität einer Großstadt trägt, weiß: Die Verkehrswende passiert nicht auf dem Papier, sondern im Alltag der Menschen. Sie gelingt nur, wenn Bus und Bim die schnellste, bequemste und verlässlichste Wahl sind – jeden Tag, zu jeder Uhrzeit und auf jeder Linie.
„Mehr Tempo für Bus und Bim“ ist daher nicht nur eine technische Offensive, sondern ein Zukunftsprojekt für ein modernes, bewegliches und klimafittes Wien.
Weiterführende Informationen zu den verschiedenen Beschleunigungsmaßnahmen und ihrer Umsetzung im Wiener Öffi-Netz finden sich in unserem Erklärtext.

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