Nachbericht zum 9. Energiewirtschaftlichen Kolloquium der Wien Energie

Hamid Aghaie

Das 9. Energiewirtschaftliche Kolloquium behandelte die Herausforderungen und Rollenverteilung zwischen Produktion und Handel in der Energiewirtschaft. Beleuchtet wurden wichtige Trends zur geografischen Expansion und Dekarbonisierung sowie die Bedeutung agiler Geschäftsmodelle und einer klaren Aufgabenverteilung für langfristige Wettbewerbsfähigkeit und Transparenz.

Setup (Bühne, Leinwand, Saal, Pult) für das 9.Energie Kolloquium von Wien Energie
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Herausforderungen und Rollenverteilungen zwischen Produktion und Handel

Am 2.7.2024 begrüßten die AAEE und Wien Energie den Experten Christian Wetter von Kearney zum 9. Energiewirtschaftlichen Kolloquium für einen Vortrag zum Thema „Herausforderungen des Energiehandels bei der Vermarktung und Absicherung der Eigenproduktion“. Die gut besuchte Veranstaltung bot einen umfassenden Überblick über die vielfältigen Herausforderungen in der Zusammenarbeit sowie der Rollenverteilung zwischen Produktion und Handel in der Energiewirtschaft. Der Vortragende zeigte deutlich, dass eine erfolgreiche Zusammenarbeit nicht nur auf technologischen Lösungen, sondern vor allem auf einer strategischen Abstimmung und einem klaren Verständnis der jeweiligen Rollen beruht.

Zu Beginn Stand ein Überblick über aktuelle Trends in der Energiewirtschaft, die sowohl die Produktion als auch den Handel betreffen. Insbesondere wurden Themen wie die ehrgeizigen Wachstumsziele von EVUs für die geografische Expansion und Erneuerbare-Technologien sowie die Anstrengungen zur Dekarbonisierung hervorgehoben.

Der zweite Teil des Vortrags widmete sich einem Marktausblick. Für Projekte im Bereich erneuerbarer Energien identifiziert Kearney vier Herausforderungen, die einer Projektfinanzierung und Realisierbarkeit hinderlich sein können.
Wesentlich sind:

  • Senkung der Levelized Cost of Electricity (LCOE - Durchschnittliche Stromgestehungskosten)
  • erhöhte Kapitalkosten
  • wachsender Wettbewerb, und
  • hohe Lieferantenkonzentration

Notwendige Agilität und Wettbewerbsfähigkeit

Ein wichtiger Aspekt ist die Notwendigkeit zur strategischen Positionierung. Kearney betonte, dass energiewirtschaftliche Unternehmen ihre Geschäftsmodelle agil halten müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Umsetzung eines integrierten Portfoliokonzepts sei dabei ein hervorragender Weg, um die langfristige Rentabilität zu optimieren, erfordere jedoch den optimalen Beitrag sowohl von Produktions- als auch Handelskapazitäten, empfahl Christian Wetter.

Zuletzt wurden Rollen und Verantwortlichkeiten in der Zusammenarbeit zwischen Produktion und Handel thematisiert. Transferpreisbasierte Modelle ermöglichen hierbei eine präzise Zuweisung von Risiken zwischen Produktion und Handel. Zentral muss sein, die Schnittstelle zwischen Produktion und Handel so zu gestalten, dass Klarheit über Rollen, Zuständigkeiten und Mandate besteht, während gleichzeitig die richtigen Anreize zur Förderung der Wertschöpfung und Transparenz auf Unternehmensebene geschaffen werden, um die angestrebten Ergebnisse zu erreichen.