Das 12. Energiewirtschaftliche Kolloquium der Salzburg AG und AAEE beschäftigte die Frage: Wie kann das künftige Marktdesign in einer 100% Erneuerbaren Energien Welt aussehen?
© Wien EnergieAm 24. Juni 2025 fand auf Einladung der Salzburg AG und AAEE das 12. Energiewirtschaftliche Kolloquium in Salzburg statt. Im Mittelpunkt des Kolloquiums stand die Frage wie ein zukünftiges Marktdesign in einer 100% Erneuerbaren Energien Welt aussehen könnte. Dabei wurde konkret auch die Frage nach dem Bedarf und der Ausgestaltung eines Kapazitätsmarktes für Österreich im Zuge einer Podiumsdiskussion behandelt. Prof. Sonja Wogrin gab als Input für die Diskussion eine spannende Key-Note.
In einem System, das zu 100% aus erneuerbaren Energien besteht, könnte es zu einem „Missing Money-Problem“ kommen, sagt Prof Wogrin und unterstrich dies in ihrer Keynote mit folgenden Thesen:
© Salzburg AGIn der anschließenden Podiumsdiskussion stellte Michael Baminger, Vorstandssprecher der Salzburg AG fest: Um das „Missing Money-Problem“ zu lösen, seien kluge regulatorische Rahmenbedingungen die Voraussetzung. Vorab müsse jedoch geklärt werden, wie hoch der Bedarf an Kapazität für die nächsten Jahre sein werde. Wenn diese Eckpunkte geklärt seien, sollte man über die konkrete Ausgestaltung des Marktdesigns sprechen.
Für Michael Strebl, Vorsitzender der Geschäftsführung Wien Energie, sind folgende zentralen Punkte für die Zukunft entscheidend: Der Energy Only Markt werde das „Missing Money-Problem“ nicht lösten können, da den Verbrauchern keine hohen Strompreisspitzen zugemutet werden könnten. Daher benötige es einen Kapazitätsmarkt, über die Ausgestaltung dieses Designs müsse man noch diskutieren.
Siegfried Müllegger, Head of Business Units Energy Technologies und Energy Portfolio Management, Salzburg AG, betonte in seiner Stellungnahme, dass die Integration von immer mehr Erneuerbaren und Flexibilitäten auch die Netzkosten und somit die Systemkosten in den nächsten Jahren erheblich steigen lassen werden. Bezüglich Kapazitätsmarkt merkt Müllegger an: Dieser solle vor allem leistbar und „doable“ – also beherrschbar - sein.
Unter dem Strich kam man zu folgenden Fazit: Es werde in Zukunft ein Marktmodell benötigt, welches das „Missing Money-Problem“ lösen könne – darin waren sich alle Diskutanten einig. Dazu müssten allerdings noch vor allem zwei zentrale Fragen geklärt werden: Wie hoch ist der Bedarf? Wie sollte ein solches Marktdesign konkret ausgestaltet sein?

Head of Functional UnTrading & Origination, Salzburg AG