EAG-Monitoringbericht 2025

Ela Mešinović

Der EAG-Monitoringbericht dient zur Überwachung und Dokumentation der Fortschritte und Rahmenbedingungen des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes. Letzte Woche veröffentlichte die E-Control den aktuellsten Bericht. Wie steht es um den Ausbau der Erneuerbaren in Österreich?

Windrad & ein Strommast
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Näherung dem EAG-Ziel

Die guten Nachrichten zuerst: der Anteil erneuerbarer Energien an der österreichischen Stromerzeugung ist so hoch wie nie zuvor. 94 % des österreichischen Stromverbrauchs konnten 2024 durch erneuerbaren Strom gedeckt werden. Damit ist man dem Ziel laut Erneuerbare-Ausbau-Gesetz (EAG) von 100% (bilanziell) erneuerbarer Stromversorgung 2030 einen deutlichen Schritt näher gekommen.

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Im Detail: Die Bruttostromerzeugung stieg im Jahr 2024 um 11,8 % auf 81.904 GWh, der Mengenanteil der Erneuerbaren lag dabei bei 70.861 GWh (inklusive Erzeugung aus Pumpspeicherkraftwerken). Im Verhältnis dazu stand ein Inlandsstromverbrauch von 75.124 GWh (inklusive Verbrauch von Pumpspeicherkraftwerken).

Neben diesem Ziel soll das EAG auch einen Anreiz schaffen, bis 2030 zusätzlich 27 TWh Strom aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen und den Anteil von national produziertem erneuerbarem Gas am österreichischen Gasabsatz auf 5 TWh zu steigern.

Der Erneuerbaren Ausbau schreitet voran

Abzüglich Pumpspeichern, wurden 2024 2.578 MW an erneuerbarer Erzeugungsleistung hinzugebaut. Diese schlüsseln sich nach Technologie wie folgt auf:

Lediglich die Einspeisung von Biomethan liegt weiterhin deutlich unter den geforderten Zielwert von 5 TWh mit 0,12 TWh.

Im Hinblick auf die Bruttoengpassleistung von erneuerbaren Anlagen, konnte auch ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Basisjahr 2020 in Höhe von 7.906 MW vermerkt werden.

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Insbesondere Niederösterreich weist einen verhältnismäßig hohen Anteil an erneuerbare Energie auf. 2024 betrug die Bruttoengpassleistung von Windkraft in Niederösterreich 2.273 MW (1.710 MW in 2020) und von PV 2.121 MW (482 MW in 2020).

EAG-Förderung Erneuerbarer Erzeugung

Der EAG-Monitoringbericht veröffentlicht zudem Angaben zu den Leistungen, Mengen und Fördermittel, welche von der EAG-Abwicklungsstelle auf Basis des EAG kontrahiert wurden, sowie die Abnahmemengen auf Basis des Ökostromgesetzes von 2012.

Marktprämie

Die erste Betriebsförderung mittels EAG-Marktprämie erhielten Anlagen 2023, dabei wurden 145 GWh gefördert. Diese Menge stieg im Jahr 2024 auf 3.092 GWh, wobei ein Großteil hierbei auf die Windkraft entfiel.

Je Erzeugungstechnologie bedeutet dies für 2024:

  • PV: 1.081 Anlagen
  • Biogas: 263 Anlagen
  • Windkraft: 168 Anlagen

Insgesamt stieg die Anzahl von 719 Ende 2023 auf 1.577 Ende 2024.

In Summe wurden im Jahr 2024 1.549 MW von möglichen 1.787 MW im Bereich der Marktprämie auf Basis Ausschreibung 2024 ausgeschöpft.

Geförderter Ökostrom

Der EAG-Monitoringbericht 2025 zeigt detailliert, wie sich der geförderte Ökostrom in Österreich entwickelt hat – also jener Strom aus erneuerbaren Energieträgern, der durch staatliche Förderungen unterstützt wird. Dabei werden unter anderem der Anteil am Stromverbrauch, die installierte Leistung, die eingespeisten Strommengen und die Anzahl der Anlagen dargestellt.

Der nach dem Ökostromgesetz 2012 (ÖSG 2012) geförderte Strom stammt aus Anlagen, die über fixe Einspeisetarife (Feed-in-Tarife) gefördert werden. Diese Anlagen liefern ihren Strom an die Ökobilanzgruppe der Abwicklungsstelle für Ökostrom (OeMAG), wo er gesammelt, bilanziert und weitervermarktet wird.

Mit dem Inkrafttreten des EAG wurde das Fördersystem umgestellt: Neue Anlagen erhalten keine Einspeisetarife mehr, sondern werden über Marktprämien unterstützt.

Die Marktprämie ist die Tarifförderung für den vermarkteten und in das Netz eingespeisten Ökostrom. Bei erfolgreicher Ausschreibung wird die Marktprämie für 20 Jahre ab Inbetriebnahme der Anlage gewährt und monatlich auf Basis der eingespeisten Strommenge ausbezahlt. Ziel ist es, die Differenz zwischen Produktionskosten von Strom aus erneuerbaren Quellen und dem durchschnittlichen Marktpreis (Referenzwert) auszugleichen. Bestehende ÖSG-Anlagen bleiben aber weiterhin im alten System bis ihre Förderverträge auslaufen.

Im Jahr 2024 nahm die OeMAG insgesamt 4.617 GWh an gefördertem Ökostrom ab – deutlich mehr als im Vorjahr (2023: 2.595 GWh). Die installierte Leistung in der Ökobilanzgruppe stieg dabei von 1.556 MW auf 2.656 MW.

Der Marktpreis zeigt, welchen Wert der Strom am Energiemarkt erzielt. Das Unterstützungsvolumen beschreibt, wie viel Fördergeld zusätzlich notwendig war, um den gesetzlich zugesicherten Vergütungspreis zu erreichen.
Das Vergütungsvolumen umfasst die gesamten ausbezahlten Einspeisetarife. Es setzt sich zusammen aus dem Marktwert plus dem Unterstützungsvolumen, abzüglich bestimmter Kosten wie Ausgleichsenergie, Verwaltung und Technologieförderung.

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Das-Unterstuetzungsvolumen-Beispiel
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Seit 2019 war das Vergütungsvolumen rückläufig, es lag 2023 bei 387 Mio. € und stieg 2024 auf 441 Mio. € an. Das Unterstützungsvolumen – also der Teil der Förderung, der nicht durch Markterlöse gedeckt wurde – sank von 152 Mio. € (2023) auf 65 Mio. € (2024).

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Entwicklung-des-Marktpreises
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Mit steigenden Strommarktpreisen sinkt somit das Unterstützungsvolumen, weil der Markt bereits mehr Erlöse generiert.

Allgemeine Verbrauchsentwicklungen

Im Jahr 2024 belief sich der Gesamtenergieverbrauch auf 1.026 PJ, was leicht rückläufig zu den 1.332 PJ in 2023 ist. Dies ging auch mit einem realen BIP-Rückgang von 1,0% einher.

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Energetischer-Endverbrauch-nach-Sektoren-1990-und-2020-bis-2023
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Lediglich im Bereich der Landwirtschaft ist der energetische Endverbrauch in den letzten Jahren (seit 1990) gesunken.

Der Inlandsgasverbrauch belief sich 2024 auf 74.372 GWh.

Zielerreichung und allgemeiner Ausblick

Geht man von einer linearen Verteilung des 27-TWh-Ziels aus, müssten zwischen 2020 und 2030 jährlich 2.700 GWh zusätzlich aus Erneuerbaren erzeugt werden: 1.100 GWh Photovoltaik, 1.000 GWh Wind, 500 GWh Wasserkraft und 100 GWh Biomasse.

Wird dies auf Leistungszahlen umgelegt, bedeutet dies: 1.100 MW Photovoltaik, 400 MW Wind, 125 MW Wasserkraft, 15 MW Biomasse. Dies macht in Summe 1.640 MW jährlich. Mit einem Zubau von 7.906 MW zwischen 2021-2024 konnte das gesetzte Ziel von 6.558 MW sogar übertroffen werden. Dies ist jedoch hauptsächlich durch die PV getrieben, bei welcher als einziges das Technologieziel erreicht wurde. Bei Wind, Wasserkraft und Biomasse besteht somit weiterer Ausbaubedarf.

Zuletzt: Auch in Sachen Energiegemeinschaften ist ein deutlicher Anstieg zu verbuchen. Im Vergleich zu der den 364 bestehenden Energiegemeinschaften Mitte 2023 sind diese auf ein Rekordniveau von 3.868 Mitte 2025 angestiegen. Den größten Zuwachs konnte man dabei in Nieder- und Oberösterreich beobachten.