Peter Hanke
27.01.2026
Die Transformation unseres Mobilitätssystems ist keine abstrakte Zukunftsfrage mehr. Sie entscheidet heute darüber, ob Österreich seine Klimaziele erreicht, seine wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit sichert und die Lebensqualität in Städten und Regionen verbessert. Der Verkehrssektor ist dabei der zentrale Hebel. Während andere Bereiche ihre Emissionen bereits deutlich senken konnten, sehen wir im Verkehr noch große Herausforderungen. Genau deshalb kommt der Elektromobilität eine Schlüsselrolle zu.
© Ralph Hutter2025 markiert einen Wendepunkt. Nicht, weil Elektromobilität neu wäre, sondern weil sie in der Breite angekommen ist. Mehr als ein Fünftel aller neu zugelassenen Pkw fährt mittlerweile elektrisch, über 250.000 E Fahrzeuge sind auf Österreichs Straßen unterwegs. Auch bei Bussen und Nutzfahrzeugen nimmt die Elektrifizierung spürbar Fahrt auf. Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis klarer politischer Entscheidungen, gezielter Förderungen, massiver Investitionen in Infrastruktur und einem wachsenden Vertrauen in der Bevölkerung.
Technik allein reicht nicht aus. Akzeptanz entsteht durch Vertrauen und Vertrauen entsteht durch Transparenz. Genau hier setzt ein zentrales Projekt an, das weit über eine Website hinausgeht.
Mit emove-austria.gv.at haben wir erstmals eine zentrale Online Plattform geschaffen, die Informationen zur Elektromobilität bündelt, verständlich aufbereitet und laufend aktualisiert zur Verfügung stellt. Sie bietet Orientierung in einem dynamischen Markt und wirkt Unsicherheit sowie Vorbehalten entgegen.
Wer heute über Elektromobilität entscheidet, egal ob als Privatperson, Unternehmer oder Gemeinde, braucht verlässliche Grundlagen.
Die Plattform emove-austria.gv.at führt diese Informationen zusammen und macht sie zugänglich. Sie bildet die gesamte Bandbreite der Elektromobilität ab, vom Pkw über Busse bis zu schweren Nutzfahrzeugen, von Ladepunkten im öffentlichen Raum bis zu betrieblichen Lösungen. Sie zeigt Fortschritte ebenso wie Handlungsbedarf und schafft damit eine fundierte Basis für Entscheidungen.
Elektromobilität ist längst nicht mehr nur ein Thema für Early Adopter. Sie ist Teil einer umfassenden Verkehrswende. Besonders deutlich zeigt sich das im öffentlichen Verkehr. Jeder elektrisch betriebene Bus ersetzt täglich hunderte Einzelfahrten und reduziert Emissionen dort, wo viele Menschen unterwegs sind. 2025 war bereits jeder fünfte neu zugelassene Bus ein E-Bus, gegen Jahresende sogar jeder zweite. Insgesamt sind über 500 E-Busse in Österreich im Einsatz. Städte wie Wien zeigen, wie leistungsfähig und verlässlich elektrische Flotten im Alltag funktionieren.
Ein zentrales Rückgrat dieser Entwicklung ist die Ladeinfrastruktur. Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der öffentlichen Ladepunkte um 9.000 auf über 35.000 gestiegen. Besonders dynamisch war der Ausbau bei Ultra-Schnellladepunkten. Rund 4.000 dieser Ladepunkte stehen mittlerweile zur Verfügung und liefern gemeinsam eine Ladeleistung von etwa einem Gigawatt. Das zeigt, dass die technische Basis für den Markthochlauf vorhanden ist.
Jetzt geht es darum, das Tempo hochzuhalten. Schnellere Genehmigungen, leistungsfähige Netze, intelligentes Lastmanagement und transparente Tarife sind entscheidend. Ebenso wichtig ist die enge Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern, Gemeinden, Energieversorgern und Betreibern. Wien und die Wiener Stadtwerke spielen hier eine besondere Rolle, weil sie Energie, Verkehr und Infrastruktur zusammendenken und umsetzen.
Die Mobilitätswende gelingt nicht über Nacht. Aber sie gelingt, wenn wir konsequent bleiben, Fortschritte sichtbar machen und offen kommunizieren. emove-austria.gv.at ist dafür ein wichtiges Werkzeug. Sie steht für einen Politikansatz, der nicht nur fördert und investiert, sondern auch erklärt und einlädt. 2025 hat gezeigt, dass Elektromobilität funktioniert, wirtschaftlich wie ökologisch. Jetzt liegt es an uns, diesen Weg entschlossen weiterzugehen.
© BKABundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur